20.03.2020 - 12:42 Uhr
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Investor hält Autoteile Pöllath die Treue: Übernahme bleibt das Ziel

Die Schweizer SAG hält an ihrem Plan fest, den insolventen Oberpfälzer Internetversender Autoteile Pöllath zu retten. Alles hängt an einer Zusage.

Hoffnung für ATP. Die Schweizer SAG bleibt an einer Übernahme interessiert.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Gute Nachrichten für die Mitarbeiter des insolventen Internetversenders Autoteile Pöllath (ATP). Nachdem am Donnerstag die Insolvenz bekannt wurde, meldet sich nun die Schweizer Swiss Automotive Group (SAG) und bekräftigt ihre Absicht, das in Schieflage geratene Oberpfälzer Unternehmen zu retten. "Die SAG unterstützt auch in dieser schwierigen Zeit ATP", heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitag.

Bereits Ende 2019 hatte die SAG eine Vereinbarung mit ATP unterschrieben, die eine Kapitalerhöhung und einen SAG-Einstieg bei Pöllath vorsah. Diese für Ende Februar geplante Kapitalerhöhung und "die strategischen Potenziale aus der Zusammenarbeit", hätten ATP langfristig gesichert, heißt es von SAG. Trotz unterschriebener Verträge platzte die Vereinbarung, „aus Gründen, die nicht von SAG zu verantworten sind", wie der Insolvenzverwalter Volker Böhm bestätigt. "Wir haben alles gemacht, um das Unternehmen zu retten, und dennoch haben andere Beteiligte die Closing Conditions nicht erfüllt", erklärt SAG-Verwaltungsrat Sandro Piffaretti. Beim Closing geht es um den konkreten Abschluss der Transaktion. Wer sich letztlich dagegen sperrte, will Piffaretti nicht öffentlich machen. Fakt sei, dass sowohl die SAG als auch Pöllath-Geschäftsführer und Eigentümer Peter Pöllath alle Zusagen und Voraussetzungen eingehalten haben, stellt der Manager klar.

Zur ersten Meldung über die Insolvenz von Autoteile Pöllath

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ATP habe sich nun entschieden, Restrukturierungmaßnahmen in dem Insolvenzverfahren anzugehen. Das ändere aber nichts an der Absicht der SAG, das Unternehmen zu übernehmen, dies bleibe "unser angestrebtes Ziel". Dank der Vorarbeiten, und vorliegender "behördlicher Freigaben" könnte der Einstieg "im Interesse der Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten sehr schnell" umgesetzt werden. "Dafür benötigt SAG nur noch die Zustimmung der relevanten Entscheidungsträger", stellt die SAG klar.

Die SAG sitzt in Cham in der Schweiz. Das Unternehmen ist europaweit auf den Autoteilehandel mit Geschäftskunden spezialisiert. Im Jahr 2018 hat das Unternehmen mit 3200 Mitarbeitern an 180 Standorten umgerechnet rund 760 Millionen Euro Umsatz gemacht. Bei ATP arbeiten derzeit 450 Mitarbeiter, der Jahresumsatz lag zuletzt bei 110 Millionen Euro.

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