19.03.2020 - 17:15 Uhr
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Nach gescheiterter Übernahme: Autoteile Pöllath insolvent

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Anfang des Jahres schien der Internetversender Autoteile Pöllath gerettet, dann zerschlug sich alles in letzter Sekunde. Nun ist das Unternehmen insolvent. Trotzdem gibt sich der Insolvenzverwalter optimistisch.

Das ATP Logistikzentrum in Pressath. Wie geht es für die 450 Mitarbeiter weiter?.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Der Internetversender Autoteile Pöllath hat am Mittwoch Insolvenz beantragen müssen. Der Geschäftsbetrieb werde "nach dem Insolvenzantrag in vollem Umfang fortgeführt", heißt es in einer Presseerklärung des vorläufigen Insolvenzverwalters Volker Böhm von der Nürnberger Kanzlei Schultze & Braun vom Donnerstag.

Die Presseerklärung

Der Insolvenzverwalter erklärte weiter, dass der Geschäftsbetrieb langfristig erhalten bleiben soll, die Voraussetzungen seien gut. "Das Unternehmen verfügt über hochqualifizierte Mitarbeiter, einen attraktiven Online-Shop sowie ein modernes Warenwirtschaftssystem." Die rund 450 Mitarbeiter seien informiert, ihre Gehälter über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Böhm sei nun auf der Suche nach Investoren für das Oberpfälzer Unternehmen.

Bereits Ende des Jahres 2019 hatte die Schweizer Swiss Automotive Group AG (SAG) mitgeteilt, die Mehrheit bei ATP übernommen zu haben. Wie aus dem Umfeld des Unternehmens bekannt wurde, sei die Übernahme trotz unterschriebener Verträge noch an der Finanzierung gescheitert. Der SAG wird allerdings weiterhin Interesse am Einstieg beim ATP nachgesagt.

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Die SAG beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit 3200 Mitarbeiter an 180 Standorten. 2018 belief sich der Umsatz demnach auf umgerechnet rund 820 Millionen Euro. Spezialisiert ist das Unternehmen auf den Autoteile-Handel mit Geschäftskunden. Durch die Übernahme von ATP wollte sich die Aktiengesellschaft im Online-Markt weiterentwickeln.Allerdings scheiterte die Beteiligung kurzfristig.

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ATP entstand im Jahr 2002 als Online-Händler für Autoteile und profitierte vom rasanten Wachstum des Internethandels. Im Jahr 2018 hatte das Unternehmen rund 450 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 110 Millionen Euro. In den vergangenen Monaten häuften sich allerdings Gerüchte um logistische Probleme und Klagen der Kunden über die Bestellabwicklung.

Korrektur:

Finanzierung war gesichert

In einer früheren Version des Artikels hatte es geheißen, die Übernahme sei an der Finanzierung gescheitert. Dies entspricht nicht den Tatsachen.

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