28.09.2021 - 17:50 Uhr
Deutschland & Welt

Meinung: Realitätsverweigerung: Die Union muss endlich aufwachen

Das Ergebnis der Bundestagswahl war eindeutig – sollte man jedenfalls meinen. Die Union sieht das offenbar anders. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2021.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

Die Union verhält sich seit der Bundestagswahl wie eine Fußballmannschaft, die nicht nur ein Spiel knapp verloren, sondern auch ihr mit Abstand schlechtestes Match seit 1949 gespielt hat – und trotzdem wie selbstverständlich nach dem Pokal greift. Wie die Spitzenriege von CDU und CSU auf die Idee kommen kann, auch nur ansatzweise einen Regierungsauftrag von den Wählerinnen und Wählern bekommen zu haben, überfordert jeden rational denkenden Menschen.

Die SPD ist am Sonntag nur hauchdünn vor den schwarzen Schwestern gelandet, meilenweit entfernt von früheren Bestleistungen jenseits der 40-Prozent-Marke – und doch sind die Sozialdemokraten um Kanzlerkandidat Olaf Scholz nach der Wahl die stärkste Kraft im Bundestag. Es ist an ihnen, eine Koalition zu sondieren.

Dass FDP und Grüne sich vor Gesprächen mit dem Scholz-Team zunächst einmal selbst sondieren wollen, mag ungewöhnlich sein, könnte aber dabei helfen, dass später die eigentlichen Sondierungen rascher vorankommen.

Denn eine monatelange Hängepartie wie 2017, die der Bundespräsident mit einem Machtwort beenden musste und die dann in einer weiteren Groko mündete, darf es nicht mehr geben. Die Musterdemokratie Deutschland muss zeigen, dass nach 16 Merkel-Jahren ein reibungsloser Übergang möglich ist. Dazu muss die Union endlich aufwachen: Das Kanzleramt ist weg, ihr Platz ist jetzt in der Opposition.

Laschet gibt Ziel einer Koalition nicht auf

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