26.07.2018 - 15:50 Uhr
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175 Jahre IHK: Zum Geburtstag einen neuen Präsidenten

Ihr 175-jähriges Bestehen feierte die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim am Mittwochabend mit einem Festakt im Historischen Reichssaal. Dort war die frisch gegründete Kammer im Mai 1843 zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (Zweite von rechts) und Bayerns Heimatminister Albert Füracker (links) gratulierten dem neu gewählten IHK-Präsidenten Michael Matt (Zweiter von links), dem scheidenden Präsidenten Gerhard Witzany (Mitte) und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes zum Jubiläum.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Zurückversetzt ins Gründungsjahr fühlten sich die rund 160 Gäste schon beim Eintreten, als sie von Frauen und Männern in historischen Gewändern begrüßt wurden. Die Darsteller trugen Fächer, mit denen sie sich Luft zuwedelten - solch ein Accessoire hätte sich auch der ein oder andere Besucher an diesem drückend-heißen Sommerabend gewünscht. Unbeeindruckt von den hohen Temperaturen blickte der scheidende Präsident Gerhard Witzany am Rednerpult auf die Geschichte der IHK im Bezirk zurück.

Kaufleuten und Fabrikbesitzern Ostbayerns sei es vor 175 Jahren gelungen, König Ludwig I. durch nachhaltiges Drängen das Recht auf die Gründung einer Handelskammer abzuringen. "Gemeinsam konnten sie ihre Interessen gegenüber Regierung und Verwaltung mit einer ganz anderen Schlagkraft vertreten - das gilt damals wie heute", sagte Witzany. Vom Armutsgebiet in Ostbayern habe sich der Standort zu einem der wirtschaftsstärksten in Bayern entwickelt. Themen, die die Kammer von Beginn an prägten, seien die Verkehrsinfrastruktur und die Außenwirtschaft. Abgeschnitten von wichtigen Handelsachsen, sei es zu Gründungszeiten erst einmal um den Anschluss an das Eisenbahnnetz gegangen. Der Ausbau der Verkehrsachsen beschäftige die IHK bis heute, aktuell etwa der A3-Ausbau vor den Toren Regensburgs. Als Fürsprecher des freien Handels bedauerte Witzany, dass "wir heute wieder eine zunehmende Tendenz zu Nationalismus und Protektionismus in der Welt beobachten und über Handelskriege und Strafzölle diskutieren müssen".

Für Witzany selbst gingen am Mittwoch mit seinem Abschied vom Präsidentenamt "fünf intensive, erlebnisreiche und spannende Jahre" zu Ende, wie er sagte. Es sei ihm eine große Ehre gewesen, "Präsident dieses Parlaments der Wirtschaft zu sein". Einen guten Start ins Amt wünschte er seinem Nachfolger Michael Matt, der am Mittwochnachmittag von der IHK-Vollversammlung zum neuen Präsidenten gewählt worden war.

Matt dankte Witzany für die Übergabe eines "gut aufgestellten Hauses". "Aktuell steht unser IHK-Bezirk so gut da wie noch nie." Die ehrenamtliche Arbeit in der IHK sei das Instrument schlechthin, um unternehmerischen Interessen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene Gehör zu verschaffen, sagte Matt. Als drängende Themen nannte er Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Verkehr.

"Es glaubt niemand, dass Ihnen der Durchblick fehlt", sagte der bayerische Heimatminister Albert Füracker in seiner Festrede dem neuen Präsidenten mit Verweis auf dessen Branche. Matt ist als Geschäftsführer Herr über 86 Matt-Optik-Filialen. Fürackers Dank galt Gerhard Witzany, der die IHK im Bezirk fünf Jahre "hervorragend repräsentiert" habe. Witzany habe als "Impulsgeber einer dynamischen Wirtschaftsregion" stets über den Tellerrand hinausgeschaut.

Es sei wichtig, dass sich Unternehmer über die Führung ihrer eigenen Firma hinaus engagieren, sagte Füracker. In der Oberpfalz gebe es glücklicherweise viele inhabergeführte Unternehmern, deren Chefs die Verantwortung für ihre Firmen und ihre Heimat tragen. Bei allem wirtschaftlichen Erfolg warnte er davor, sich auf dem Erreichten auszuruhen und rief dazu auf, in die Zukunft zu investieren. "Den Wert einer Epoche erkennt man nicht an der Ernte, sondern an der Aussaat für die nächste Generation."

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