21.08.2019 - 09:14 Uhr
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Ausschreitungen in Regensburg: Verdächtiger in U-Haft

Eine Gruppe von Passanten widersetzte sich auf dem Domplatz in Regensburg den Anweisungen der Polizei. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, die Gruppe warf mit Pflastersteinen auf die Beamten.

Ausschreitungen mitten in Regensburg.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Mehrere Passanten meldeten am Montag gegen 21 Uhr der Polizei eine randalierende Personengruppe am Domplatz in Regensburg. Diese würden Flaschen zerschlagen, laut Musik abspielen, Alkohol konsumieren, herumschreien und „sich aufführen“. Auch körperliche Auseinandersetzungen seien beobachtet worden.

Eine Streife der Polizeiinspektion Regensburg Süd traf kurz darauf am Domplatz ein, um die Störungen zu unterbinden. Dazu wollten sie zunächst die Identitäten der Personen feststellen und anschließend einen Platzverweis aussprechen. Die Gruppe zeigte sich aber aggressiv und die Polizeibeamten wurden aus der Gruppe heraus beleidigt.

Ein 20-Jähriger flüchtete dann vom Domplatz in Richtung Kornmarkt und beschädigte dabei einen geparkten Streifenwagen. Er konnte nach kurzer Verfolgung jedoch zu Boden gebracht und festgenommen werden. Seine 21-jährige Freundin versuchte dies zu verhindern, indem sie die Beamten körperlich anging. Auch sie wurde daraufhin festgenommen. Der Mann wurde über Nacht in Sicherheitsgewahrsam genommen. Seine Freundin wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen ebenfalls entlassen. Während der Festnahme wurden die Beamten außerdem mit Schuhen und einem Mobiltelefon beworfen.

Ebenfalls kam es zu mehreren Würfen mit Pflastersteinen gegen Polizeibeamte, Polizeifahrzeuge und geparkte Fahrzeuge. Ein Beamter wurde durch einen Steinwurf am Oberkörper getroffen. Er wurde, wohl Dank seiner Schutzweste, nicht verletzt. Ein 17-Jähriger wurde vorläufig festgenommen. Am Dienstagnachmittag wurde er wegen des Verdachts des Tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Mann. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Insgesamt führt die Polizei Ermittlungen gegen elf Beschuldigte im Alter von 16 bis 32 Jahren. Neun von ihnen haben ihren Wohnsitz in Stadt- oder Landkreis Regensburg, eine Person im Landkreis Schwandorf und eine weitere Person im Landkreis Tirschenreuth. Von den randalierenden Personen wurden mehrere Verdächtige durch den Einsatz von Pfefferspray leicht verletzt und mussten behandelt werden.

Nach derzeitigem Stand wurde etwa zwölf Fahrzeuge beschädigt, darunter zwei Polizeifahrzeuge, mehrere geparkte Privatautos und ein geparkter Roller. Der dadurch entstandene Schaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf mehrere tausend Euro. In enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft hat die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg die Ermittlungen aufgenommen. Dazu werden auch Body-Cam-Aufzeichnungen von eingesetzten Polizeibeamten ausgewertet, teilte das Polizeipräsidium Oberpfalz am Dienstag mit.

Bei Ausschreitungen mitten in Regensburg gingen einige Autoscheiben zu Bruch.
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