25.03.2021 - 13:30 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Bezirk Oberpfalz: Online-Angebote gegen den Kultur-Stillstand

Kaum Auftritte, wenige Veranstaltungen, keine Feste: In der Corona-Pandemie liegt das Oberpfälzer Kulturleben weitgehend brach. Der Bezirk Oberpfalz will mit Online-Angeboten gegensteuern. Das Interesse ist groß.

Säm Wagner, Popularmusikbeauftragter des Bezirks Oberpfalz, bietet in der Pandemie Online-Workshops an.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

„In diesen besonderen Zeiten haben wir uns überlegt, wie wir trotz aller Beschränkungen tätig werden können“, sagt Bezirksheimatpfleger Tobias Appl. Die regelmäßigen Förderungen an die ehrenamtlich Kulturschaffenden in der Region habe der Bezirk Oberpfalz 2020 und 2021 nicht gestoppt – auch wenn es keine oder weniger Veranstaltungen gab und gibt. „Unser Geld soll denen, die das Kulturangebot in der Region seit Jahren bereichern, über diese schwere Zeit hinweghelfen", betont Appl.

Gleichzeitig wolle man die Angebote der Bezirksheimatpflege in der Pandemie zu den Menschen bringen. So finde man das beliebte "Kindersingen", das vor der Pandemie regelmäßig in Regensburg stattgefunden hatte, nun auf Youtube, Instagram und Facebook. Der stellvertretende Bezirksheimatpfleger Florian Schwemin lädt dort zusammen mit wechselnden Musikpartnern zum Mitsingen ein. Viele Eltern, Großeltern und Kinder nähmen das Angebot dankbar an, sagt Appl.

In der Online-Reihe „Am Theaterdorfplatz – Kirwagespräche und Bühnenschmankerln to go“ verlegt Laienspielberaterin Eva-Maria Eiberger ihr Seminarangebot in den digitalen Raum. An

fünf Abenden trafen sich bisher interessierte Amateurtheaterleute. Nach großem Zuspruch soll es eine Fortsetzungsrunde mit vier weiteren Terminen geben.

Säm Wagner, Popularmusikbeauftragter des Bezirks, entwickelte in der Pandemie die „Corona-Tagebücher“, in denen er die Situation der Kulturschaffenden in der Oberpfalz darstellt. Die Gespräche veröffentlicht er als Podcasts auf Spotify, genauso wie seine Playlist „Neue Popmusik aus der Oberpfalz“. Darüber hinaus bietet Wagner Online-Workshops an.

In Online-Sprechstunden der Kultur- und Heimatpflege wurden Themen wie Social Media und Vereinsarchive aufgegriffen. Der Gedanke dahinter: „Wenn man Corona etwas Gutes abgewinnen möchte, dann wohl, dass man sich Aufgaben zuwenden kann, die man als notwendig erachtet, für die aber im normalen Alltag oft keine Zeit bleibt", erklärt Appl. Sollte der Lockdown noch länger andauern, werde auch diese Reihe fortgesetzt.

„Wichtig ist uns, den Kontakt zu den Aktiven nicht zu verlieren und sie zum Weitermachen zu ermuntern“, sagt der Bezirksheimatpfleger. Der Bezirk wolle mit dem digitalen Angebot dazu beitragen, dass sich die Ehrenamtlichen trotz des Stillstands nicht aus dem Vereins- oder Kulturleben zurückziehen. "Ziel ist es, dass sich das kulturelle Leben in der Oberpfalz nach der Corona-Pandemie ebenso reichhaltig und vielfältig zeigt wie davor."

Bernhard Dagner Kulturpreisträger des Bezirks Oberpfalz

Krummennaab

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.