14.03.2019 - 18:17 Uhr
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Brutales Ende eines Junggesellenabschieds

Ein Mann wurde in Regensburg von zwei Fremden zusammengeschlagen - am Tag seines Junggesellenabschieds. Nun verurteile das Gericht einen der Täter-

von Autor AHSProfil

Ein 27-jähriger Bräutigam aus dem Kreis Regensburg feierte im Juli 2018 seinen Junggesellen-Abschied in einer Regensburger Diskothek. Als die Gruppe auf ihr Taxi wartete, war er von zwei Männern geschlagen worden. Jetzt standen die Angreifer vor dem Jugendschöffengericht Regensburg

Gegen 5 Uhr morgens hatten die Freunde das Lokal verlassen und auf einer Treppen sitzend auf ein Taxi gewartet, als sich zwei junge unbekannte Männer näherten. Der 17-Jährige blieb stehen und provozierte den 27-Jährigen mehrmals, ohne dass dieser reagierte. Dann wurde er handgreiflich, der Bräutigam wehrte sich. Es endete mit einer Schlägerei, bei der auch Passanten und der 20-jährige Begleiter des Angreifers beteiligt waren. Letzterer schlug den 27-Jährigen mit der Faust und trat ihn mit voller Wucht gegen seinen Kopf. Dann flüchteten die Männer unerkannt.

Der 27-Jährige erlitt unter anderem eine komplexe Mittelgesichtsfraktur mit Brüchen des linken Jochbeins, der Augenhöhlenwand sowie der Kieferhöhle und Bewegungseinschränkungen am linken Auge. Durch den Hinweis einer Zeugin fand die Kripo die beiden Täter - zwei Brüder aus Regensburg. Gegen den älteren erging zunächst ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags.

Nun trafen sich die Beteiligten vor dem Jugendschöffengericht Regensburg unter Vorsitz von Richterin Cornelia Braun wieder. Die Staatsanwaltschaft warf dem 20-Jährigen nun eine gefährliche Körperverletzung vor. Sieben Zeugen sagten aus. Über ihre Verteidiger Michael Haizmann und Johannes Büttner räumten die Angeklagten die Vorwürfe ein. Der 20-Jährige habe an den Bräutigam einen Täter-Opfer-Ausgleich von 10 000 Euro bezahlt, wie Verteidiger Haizmann sagte. Ein Rechtsmediziner sagte, dass die Schläge der Angeklagten grundsätzlich geeignet seien, neben den tatsächlich eingetretenen Verletzungen lebensgefährliche Folgeerscheinungen zu verursachen.

Die Richter sprachen den 17-Jährigen frei. Das Jugendschöffengericht verurteilte seinen älteren Bruder zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Er bleibt weiterhin in Untersuchungshaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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