29.04.2021 - 12:47 Uhr
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Dombauhütte ist immaterielles Kulturerbe

Die Unesco hat das Bauhüttenwesen in ihr "Register guter Praxisbeispiele" aufgenommen. Damit ist auch die Dombauhütte in Regensburg, die für den Erhalt der Kathedrale sorgt, immaterielles Kulturerbe. Nun wurde dazu eine Plakette überreicht.

Hüttenmeister Matthias Baumüller nahm die Ehrung virtuell und stellvertretend für die Regensburger Dombauhütte in Empfang.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Seit Jahrhunderten bewahren Dombauhütten Wissen und Bräuche über den Bau und Erhalt von Großkirchen. Ende 2020 hat die Unesco das Bauhüttenwesen in das Register guter Praxisbeispiele zum Erhalt immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit wurde auch die Arbeit der drei Staatlichen Dombauhütten Regensburg, Passau und Bamberg in Bayern gewürdigt. Am Mittwoch ehrte Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer stellvertretend für die Bauhütten die bayerischen Hüttenmeister, darunter Matthias Baumüller von der Staatlichen Dombauhütte Regensburg. Virtuell übergab Schreyer Plaketten mit der Inschrift „Immaterielles Kulturerbe“ an die Hüttenmeister.

„Hier blüht und lebt die Tradition mittelalterlicher Handwerkstechniken“, sagte die Ministerin über die Dombauhütten. Ziel sei es, so viel originale Bausubstanz wie möglich zu erhalten. Durch die Ausbildung junger Steinmetze blieben die traditionellen Fertigkeiten bewahrt. Die Anerkennung der Unesco bringe den bayerischen Kathedralen weltweit noch größere Bekanntheit.

Der Regensburger Hüttenmeister Matthias Baumüller sagte, die Anerkennung sei eine Bestätigung der über Generationen andauernden Arbeit in den Dombauhütten. Auch wenn die Beeinträchtigung des Regensburger Doms durch Schadstoffe in der Luft etwas nachgelassen habe, werde es weiter einen natürlichen Verfall geben. „Der Dom wird immer betreut werden müssen“, sagte Baumüller. Wolfgang Zehetner, Vorsitzender der Europäischen Vereinigung der Dombaumeister, bezeichnete die Dombauhütten als Silicon Valleys des Mittelalters: „Wir sind stolz, die alten Fertigkeiten weiter pflegen zu dürfen.“ Eine Schaufensterausstellung im Bayerischen Bauministerium in München zeigt Passanten in den nächsten vier Wochen eindrucksvolle Bilder aus der Arbeit der drei bayerischen Dombauhütten.

Die Arbeit in einer Dombauhütte

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