05.12.2019 - 17:37 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

E-Scooter rollen verspätet an

Eigentlich hätte Mikail Öcal gerne schon im September seinen E-Scooter-Verleih in Regensburg gestartet. Doch Lieferschwierigkeiten machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Nun soll es im Dezember losgehen.

Symbolbild. Noch im Dezember sollen die E-Scooter nach Regensburg kommen. Auch Amberg und Weiden könnten künftig per E-Roller erschlossen werden.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Vor schlechtem Wetter hat Öcal keine Angst. „Es soll ein milder Winter werden, habe ich gelesen“, sagt der Jungunternehmer aus Schwandorf im Gespräch mit unserer Zeitung. Für ihn ist der Dezember ein idealer Zeitpunkt für die Testphase. Zunächst sollen 50 E-Roller eingesetzt werden, nächstes Jahr sollen dann nochmal 50 bis 100 dazukommen. Derzeit werden die Roller für den Verleih etwas umgebaut und mit dem Logo „Wamo“ von Öcals Firma „Wave Mobility“ beklebt. Einen genauen Termin im Dezember für den Startschuss kann Öcal nicht nennen. Nur so viel: „Wir sind in der Endphase.“ Wir, das sind drei bis vier Leute, die neben ihren Berufen viel Zeit und Herzblut in das Projekt stecken.

Öcals Firma ist die erste, die in Regensburg einen E-Scooter-Verleih eröffnet. Die städtische Pressestelle erklärt auf Nachfrage, dass sich drei weitere Unternehmen gemeldet hätten, die ebenfalls Interesse haben, einen solchen Verleih in der Domstadt anzubieten. Öcal sieht es als große Vorteil an, der Erste zu sein. In der Vorbereitung steckte viel Mühe. „Wir arbeiten seit einem Jahr dran“, erzählt der Investor. Große Verleih-Unternehmen mit vielen Mitarbeitern täten sich da leichter. Sie hätten aber vorwiegend die ganz großen Städte im Blick.

Der Mietroller-Verleih funktioniert über eine App, die man sich aufs Smartphone laden kann. Über die App wird angezeigt, wo im Stadtgebiet gerade ein E-Roller zur Verfügung steht. Auch die Bezahlung wird über die App abgewickelt. Berechnet wird ein fester Tarif zum Aufschließen des Geräts und dann die gefahrenen Kilometer. Die Kosten können sich je nach Tageszeit und Tag ändern, die genauen Preise werden in der App angezeigt. Nach der Fahrt ist es wichtig, den Roller an einem geeigneten Ort abzustellen. Das sei nur an ausgewiesenen Parkflächen möglich, die wiederum auf der App zu sehen sind, sagt Öcal. Der Trick: Wer den Roller an einem ungeeigneten Platz parkt, kann die Fahrt nicht per Klick beenden. Da die App stets „weiß“, wo sich der E-Scooter befindet, kann sie das Falschparken so verhindern.

Dass es nicht zu einem unkontrollierten Abstellen kommt, ist vor allem auch im Interesse der Stadt Regensburg. Mit den Anbietern strebt sie deshalb eine freiwillige Selbstverpflichtung. „So sollen maximal 150 Miet-Roller pro Anbieter im Stadtgebiet aufgestellt werden“, heißt es von der städtischen Pressestelle. „In Summe sind von allen Anbietern zusammen maximal 300 Miet-Roller zulässig.“ Außerdem seien Tabuflächen definiert, auf denen das Aufstellen nicht zulässig ist, unter anderem in allen öffentlichen Grünflächen oder in verkehrsberuhigten Bereichen. Die Stadt wolle damit „einer Verwahrlosung des öffentlichen Raums entgegenwirken“. Verpflichtend sei die Erklärung allerdings nicht, räumt man in der Pressestelle ein.

Öcal, der verspricht, die E-Scooter mit 100 Prozent Ökostrom zu laden, hat nach eigenen Angaben bisher ein sehr gutes Feedback bekommen. Sowohl Privatpersonen als auch Firmen oder die Tourismusbranche würden positiv auf das geplante Angebot reagieren. Für Firmen gebe es etwa auch die Möglichkeit für Langzeitmieten. Mitarbeiter könnten dann mit dem E-Scooter zwischen verschiedenen Standorten pendeln. Auch zehn Elektro-Fahrräder sollen zum Verleihstart im Angebot sein. Eine Helmpflicht gibt es für E-Scooter bislang nicht, Öcal empfiehlt seinen Kunden aber, einen zu tragen. Derzeit werde ausgelotet, ob an bestimmten Standorten Helme ausgeliehen werden können.

Auch in Amberg und Weiden könnten die E-Scooter von Öcals Firma künftig im Einsatz sein. Es gebe Gespräche mit der OTH Amberg-Weiden, verriet der Unternehmer. Angedacht sei es, in beiden Städten mit Miet-E-Scootern die Verbindung von den Bahnhöfen zu den Hochschulen zu verbessern. Öcal sieht hier durchaus Potenzial.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.