04.07.2019 - 18:27 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Joachim Wolbergs und die Regensburger Verhältnisse

Joachim Wolbergs ist – fast – freigesprochen. Doch ein Schatten bleibt auf ihm, auf der Staatsanwaltschaft und vor allem auf der Kommunalpolitik in Regensburg, findet Wolfgang Würth

Joachim Wolbergs (SPD), der suspendierte Oberbürgermeister von Regensburg, sitzt im Gerichtssaal des Landgerichts.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
Kommentar

Der Quasi-Freispruch für Joachim Wolbergs bedeutet auch: Höchststrafe für die Staatsanwälte. Seit Beginn der Affäre haben die Ermittler keine Gelegenheit ausgelassen, sich unfähig, manchmal unrechtmäßig zu präsentieren. Unabhängig von der dilettantischen Arbeit der Staatsanwältinnen, das Verfahren gewährte Einblicke in eine unheimlich verquickte Regensburger Gesellschaft. In der vom Erfolg überrannten, geldigen Stadt ging es zu wie in Bananistan. Um nicht aufs falsche Pferd zu setzen, spenden alle Immobilienfirmen einfach an alle Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Und dass man eine Rechnung für den "Spezl" im Rathaus übernimmt, ist so normal, dass man es ihm nicht einmal sagen muss. Wolbergs hat das System nicht erfunden, mitgemacht hat er ohne Klage. Dass gegen die politischen Väter der "Regensburger Verhältnisse" nur halbherzig ermittelt wird, während er in U-Haft musste, prangert Wolbergs nicht zu Unrecht an. Hier liegt aber auch die Chance der Staatsanwaltschaft auf ein bisschen Wiedergutmachung. Noch stehen Verfahren aus, in denen mit den Verhältnissen aufgeräumt werden kann. Das muss passieren - ohne Ansehen von Person und Parteibuch.

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