16.01.2020 - 15:50 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Kaffeetrinken mit Katzen

Das Katzencafé in Regensburg hat eröffnet. Ab sofort darf bei einer Tasse Kaffee mit flauschigen Vierbeinern gekuschelt werden.

von Urte ScheubeckProfil

Nun hat es eröffnet und ist auch die nächsten Tage fast ausgebucht: Die Aufregung um den Katzentempel, das neue Regensburger Katzencafé, ist groß. Mit den sechs Tempelkatzen Amon, der Wilde, Phantom, der grimmig Blickende, Yamato, der Private, Hermann, der Vorsichtige, Kistune, die Rotfüchsin und Poppy, die Abenteurerin von der Rasse Britsh Kurzhaar reiht sich Regensburg in die Reihe von München, Nürnberg, Hamburg. Leipzig und Rosenheim, wo sich bereits jeweils ein Katzencafé der steigenden Beliebtheit von Katzenfans erfreut. Der Trend der Tiercafés ist aus Asien und Russland nach Deutschland geschwappt, wo Großstadtbewohner seit Jahren in den Genuss kommen, lebendige Tiere im Tiercafé zu beobachten.

Die „Rotfüchsin“ zieht sich auf Balken zurück

Die Tempelkatzen beäugen neugierig die ersten Gäste, die in einer langen Schlange vor der Tür warten – aus sicherer Position. Einige gehen auf die Gäste zu, anderen ist der Ansturm eher zu viel. Die Rotfüchsin zieht sich bald auf einen Deckenbalken zurück und beobachtet das Treiben aus sicherer Entfernung.

Jede Tempelkatze hat ihre Lieblingsstelle, wo sie gerne gekrault werden will. Das ist bei Amon der Bauch, bei Yamato und Kistume der Rücken oder bei Poppy zwischen den Ohren. Doch ehe die Katzen zutraulich werden und sich an das Publikum gewöhnen, dauert es seine Zeit. Die Katzen werden zu nichts gezwungen. Sie entscheiden selbst, ob sie Lust zum Schmusen und Streicheln haben oder sich lieber im Rückzugsraum aufhalten, wo die Gäste keinen Zutritt haben.

Katzenfreundlich zieren den Gastraum neben Tischen und Stühlen Kratzbäume, Klettermöglichkeiten und Rückzugsorte für die Vierbeiner. Laut medizinischer Untersuchungen wirkt das Schnurren von Katzen entspannend. Der Kontakt zu Katzen kann den Blutdruck senken. Die menschlichen Besucher im Katzencafé sind einfach nur neugierig und wollen sich überraschen lassen.

„Ich möchte auf alle Fälle lecker essen, eine entspannte Zeit bei den Katzen verbringen und vielleicht setzt sich auch eine Katze auf meinen Schoß“, sagte eine Besucherin. Neben den Schmusetigern wird das Essen im Katzentempel fast zur Nebensächlichkeit. Im Katzencafé gibt es ausschließlich vegane Gerichte und Snacks zum späten Frühstück, Mittagessen oder Kaffetrinken. Die Auswahl reicht vom „Katerfrühstück“ über Obstsalat, Müsli, Smoothies, Kokosmilchreis und Pfannkuchen bis zu Burger, Sandwiches, Salate, Chili und Kartoffelspalten. Alle Gerichte werden in der Küche selbst auch hochwertigen Zutaten zubereitet. Der Kaffee ist Fair Trade gehandelt.

Für Besucher gibt es Benimm-Regeln

Für das Katzencafé gib es Benimm-Regeln. So dürfen die Tiere nicht bedrängt oder hochgehoben werden. Fotografieren ist nur ohne Blitz möglich und Cafebesucher sollen nicht vor der Katzenklappe, die in den Rückzugsraum der Katzen führt, lauern. Kinder müssen beaufsichtigt werden und sollen nicht rennen oder laut schreien, was die Tempelkatzen erschrecken könnte. Für ein Katzencafé gibt es Auflagen. So darf keine offene Theke oder offene Küche vorhanden sein und die Hygiene wird regelmäßig kontrolliert. Auch der Rückzugsraum für die Katzen gehört zu den Auflagen. Wer sich in eine Katze verliebt, aber selber keine Katze halten darf, kann Pate werden. Mit Patenschaft beteiligen sich die Paten an den Unterhaltskosten für die Katzen. Sie dürfen exklusiv außerhalb der Öffnungszeiten mit ihrer Lieblingskatze schmusen. Paten profierten von kostenlosen Souvenirs und regelmäßigen Patentreffen. Kathrin Karl, Lizenzgeberein für die Katzentempel, war extra zur Eröffnung aus München angereist, um das Team im Katzencafé zu unterstützen. „Das Konzept der Katzentempel entspricht meiner Lebensphilosophie“, sagte sie. Deshalb gäbe es im Katzencafé auch nur ein veganes Angebot.

„Wir wollen den Leuten Tiere näher bringen und bei Bedarf auch aufklären“, sagte sie weiter und vor allem die Menschen glücklich machen. „Alle bisherigen Katzentempel sind rentabel“, betonte sie, aber man dürfe die Gastronomie nicht unterschätzen. Sie schätze ein, dass auch der Standort Regensburg gut laufen werde. Alle Genehmigungen zu erhalten, sei sehr langwierig gewesen. „Aber jetzt wissen wir, wie es geht und wir können anderen helfen“, betonte sie. In den nächsten Tagen ist der Katzentempel ausgebucht. Aber in der nächsten Woche sind noch einige freie Plätze zu vergeben. Kathrin Karl empfiehlt Interessierten online unter www.katzentempel.de zu reservieren, damit sich das Team darauf einstellen kann.

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