Regensburg
18.06.2019 - 15:45 Uhr

Kitesurfen: Susanne Schwarztrauber startet beim World Cup auf Sylt

Vor 13 Jahren hat Susanne Schwarztrauber das Kitesurfen für sich entdeckt. In der kommenden Woche startet die Regensburgerin beim Kitesurf World Cup auf Sylt. Und auch wenn sie unter den Teilnehmern eine Ausnahme ist, hat sie einen Traum.

Susanne Schwarztrauber in der Welle bei ihrem Debüt auf den Kapverden. Bild: Gabriele Rumbolo
Susanne Schwarztrauber in der Welle bei ihrem Debüt auf den Kapverden.

Wind und Meer waren ihr nicht in die Wiege gelegt. Susanne Schwarztrauber wuchs in Bad Abbach bei Regensburg auf, weit weg von Wellen und einer steifen Brise. Und doch hat sie sich mit 17 Jahren ins Kitesurfen verliebt. In der nächsten Woche tritt die heute 30-Jährige auf Sylt gegen die besten Kite-Wellenreiter der Welt an.

Vom 25. bis 30. Juni macht der Kitesurf World Cup Halt in Sylt. Am Brandenburger Strand in Westerland werden die Kitesurfer vor den Augen einer fünfköpfigen Jury und Tausender Zuschauer ihr Können beweisen. Was Susanne Schwarztrauber dort erwartet? "Ein absoluter Adrenalinrush", sagt die Sportlerin. "Wenn der Schirm oben ist und das Fahnensignal kommt, wird mein Herz pochen, weil ich weiß, dass ich in den nächsten 15 Minuten alles geben muss."

Regensburg28.06.2019
Susanne Schwarztrauber mit ihrem geliebten Surfbrett. Bild: Susanne Schwarztrauber
Susanne Schwarztrauber mit ihrem geliebten Surfbrett.

Erster World-Cup-Event auf den Kapverden

Ihre Wettkampferfahrung ist noch bescheiden. Im Februar hat Schwarztrauber zum ersten Mal an einem Event der World-Cup-Reihe auf den Kapverden teilgenommen. Dort war sie am Wettkampftag gleich mit sechs Meter hohen Wellen konfrontiert - und merkte, dass sie im Feld der Teilnehmer durchaus mithalten kann. Dabei ist sie als studierte Pharmazeutin, die sonst eher im Labor als auf dem Surfbrett steht, die Ausnahme. Die anderen Teilnehmer sind meist entweder Profis oder haben beruflich mit der Randsportart zu tun, etwa als Kitesurf-Lehrer.

Auf Sylt will Schwarztrauber mehr Wettbewerbserfahrung sammeln und "lernen, was die Jury glücklich macht". Ihr Traum wäre es, bei den zehn teilnehmenden Frauen unter die Top Five zu kommen. Schwarztrauber tritt in einem neuen kombinierten Wettkampfformat an, bestehend aus der Kategorie "Wave" und "Strapless Freestyle". Während es bei Ersterem um Wellenreiten mit Kite-Unterstützung geht, zählen bei Zweiterem die spektakulärsten Sprünge.

Liebe zur Nordsee

Rückhalt bekommt die 30-Jährige von ihrem Freund Daniel, ebenfalls ein Kitesurfer, der mit nach Sylt kommt, und von ihrer Familie, die von Bad Abbach aus mitfiebert und die Daumen drückt. Vielleicht ein Vorteil: Während Teilnehmer aus wärmeren Ländern kühlen Wind und Neoprenanzüge nicht unbedingt schätzen, sagt Schwarztrauber: "Ich liebe die Nordsee."

Wie es nach Sylt weitergeht, ist offen. Der Word Cup besteht aus insgesamt acht Stopps. Am nächsten Wettbewerb im spanischen Tarifa möchte Schwarztrauber auf jeden Fall teilnehmen. Ob sie nach Mauritius, Marokko, Brasilien, Hawaii und Torquay in Australien fahren kann, ist angesichts der hohen Kosten fraglich. "Aber vielleicht ergibt sich ja noch ein Sponsoring", hofft Schwarztrauber, die gerade die Zeit zwischen ihrem Studienabschluss, einem Forschungsprojekt und dem Arbeitseintritt allein für den Sport nutzt. Die Liebe zum Kitesurfen hat sie vor 13 Jahren am Gardasee entdeckt. "Ich habe dort Kitesurfer gesehen und wusste sofort, das will ich auch", erzählt sie.

Erste Versuche auf dem "Twintip"

Schließlich lernte sie eine Gruppe von Kitesurfern aus Passau kennen, die sie mit nach Frankreich nahmen. Dort lernte Schwarztrauber die Technik auf den Wellen. "Dann war ich erst recht infiziert", lacht sie. Zunächst fuhr sie auf einem sogenannten "Twintip", bei dem die Beine fest mit dem Board verbunden sind. Doch irgendwann merkte sie, dass der Sport auf Dauer schlecht für ihre Gelenke war - und stieg auf das Surfbrett um. Eine glückliche Fügung, denn: "Das macht mir sogar noch viel mehr Spaß", erzählt Schwarztrauber. "Man ist einfach noch mehr verbunden mit dem Element Wasser."

Susanne Schwarztrauber mit ihrem geliebten Surfbrett. Bild: Susanne Schwarztrauber
Susanne Schwarztrauber mit ihrem geliebten Surfbrett.
 
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