18.10.2020 - 16:30 Uhr
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Klassik trifft Elektro: Nachwuchspianisten ausgezeichnet

Klavier spielen Laura Rauenbusch und Sava Chavdarov seit ihrem sechsten Lebensjahr. Für ihr Talent und soziales Engagement wurden sie vom Bezirk Oberpfalz mit dem Jugend-Kulturförderpreis ausgezeichnet.

Laura Rauenbusch beim Regional-Wettbewerb.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil
Bezirkstagspräsident Franz Löffler (2. v.re.) zeichnet die Preisträger im Bereich „Ästhetisch-künstlerisches Handeln“ Laura Rauenbusch und Sava Chavdarov mit dem Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz 2020 aus. Preisträgerin Laura Rauenbusch, Philipp Seitz, Vorsitzender Bezirksjugendring Oberpfalz, Preisträger Sava Chavdarov, Bezirksrat und Kulturreferent Richard Gaßner (v. li. n. re.)

Laura Rauenbusch und Sava Chavdarov aus Regensburg greifen seit über zehn Jahren in die schwarz-weißen Tasten. Nun wurden die Nachwuchs-Pianisten in der Kategorie "ästhetisch-künstlerisches Handeln" mit dem Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz ausgezeichnet.

Die Verleihung des Preises stand allerdings kurz auf der Kippe. Aber anstatt die Ehrungen ausfallen zu lassen, entschied sich der Bezirk Oberpfalz für einen "besonderen Weg in herausfordernden Zeiten", wie Bezirkstagspräsident Franz Löffler erklärte. Der Jugend-Kulturförderpreis wurde wie gewohnt in drei Kategorien aber erstmalig in drei Einzelveranstaltungen verliehen.

Musik für Senioren

In der Kategorie „Ästhetisch-künstlerisches Handeln“ konnten zwei junge "Ausnahmekünstler am Flügel" die Jury überzeugen: Laura Rauenbusch und Sava Chavdarov. "Unsere Klavierlehrerin hat uns für den Preis angemeldet", erzählt Rauenbusch. "Sie meinte, es wäre eine tolle Möglichkeit mein Können zu zeigen", sagt Chavdarov und ergänzt: "Beim Bezirk habe ich schon öfter bei der Veranstaltung "Junge Talente begrüßen das Jahr" mitgespielt".

Reichlich Wettbewerbserfahrung haben beide. "An Musikwettbewerben nehme ich schon seit meinem neunten Geburtstag teil", erzählt Laura Rauenbusch. Die Jury erfährt bereits bei der Anmeldung, welche Stücke gespielt werden. "Beim Wettbewerb selbst hat man dann 20 Minuten Zeit um die angegebenen Lieder vorzuspielen", erklärt die Gymnasiastin. Aufgeregt sei sie immer etwas, "schließlich will man ja eine gute Punktzahl erreichen".

Die Jury des Jugend-Kulturförderpreises überzeugte die 15-Jährige durch "ihre große Disziplin und ihr soziales Engagement", so Löffler. Mit ihren Freunden aus der Musikschule tritt sie regelmäßig bei Musiknachmittagen in Seniorenheimen auf. "Dort spielen wir hauptsächlich klassische Stücke", erzählt sie, "die Senioren freuen sich sehr darüber". "Deine große Disziplin und Leidenschaft hat uns überzeugt", sagte Löffler. Zwei Stunden am Tag übt sie an ihrem Instrument, auch wenn das mit dem Nachmittagsunterricht "manchmal etwas schwierig ist". Die Regensburgerin wurde wurde bereits mehrmals im Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ ausgezeichnet. 2018 belegte sie mit einer Freundin den zweiten Platz im Bundeswettbewerb in der Kategorie „vierhändig“. Anlässlich der Auszeichnung brachte sie im Alten Festsaal, die Humoresque op. 10, Nr.5 von Sergej Rachmaninow, zu Gehör.

Interesse an elektronischer Musik

Ebenfalls ausgezeichnet, wurde der 16-jährige Sava Chavdarov. Beim Wettbewerb "Jugend musiziert", wurde er bereits zweimal auf Landesebene ausgezeichnet. "Sein Ausnahmetalent nutzt er für besondere Veranstaltungsformate", berichtete Löffler. So tritt er in Regensburg bei der „Lit-Night-Show“ des Kulturzentrums „Degginger“ auf. Auch durfte er zweimal bei der Benefizgala "Herzenswünsche" auftreten. Für die anwesenden Gäste gab er die verspielte und feingliedrige Interpretation von Franz Schuberts Impromptu op. 90 Nr. 2 zum besten. „Es braucht Beharrlichkeit zu dieser künstlerischer Qualität heranzuwachsen“, machte Löffler deutlich.

Musik begleitet die beiden Pianisten auch in ihrem Alltag. Rauenbusch tanzt seit zehn Jahren Ballett – ein weiteres Hobby, das sich mit klassischer Musik beschäftigt. "Durch das Klavierspielen habe ich mehr Taktgefühl beim Tanzen bekommen", erzählt sie. Aktuelle Lieder aus den Musikcharts hört sie aber auch sehr gerne.

Anders ist es bei Chavdarov. Er mag die Musik die im Radio gespielt wird nicht. "Ich höre sehr gerne französischen Hip Hop", erzählt er. Durch den Französisch-Unterricht in der Schule versteht er "immer mehr, was gesungen wird". Großes Interesse hat er am erstellen von "elektronischer Musik, Synthesizern und Autotoune". "Es wäre toll, wenn ich mit dem Produzieren von Musik, meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte", erzählt der Schüler des Goethe-Gymnasiums. Der Jugend-Kulturförderpreis sei "eine Anerkennung dafür, sich unbeirrt für den eigenen Weg einzusetzen", betonte Löffler. Kulturreferent und Bezirksrat Richard Gaßner betonte, dass der Preis "spannende Einblicke ermögliche, was die Jugendkultur bewege".

Hintergrund:

Jugend-Kulturförderpreis 2020

  • Der Bezirk Oberpfalz verleiht seit 2002 jährlich den Jugend-Kulturförderpreis in drei Kategorien. Er soll gelungene kulturelle Aktivitäten junger Menschen würdigen und sie für weiteres Engagement motivieren.
  • In der Kategorie "Soziokultur" wird in den nächsten Tagen die Arbeitsgemeinschaft "Mit und für geflüchtete Menschen" der Realschule Obertraubling ausgezeichnet. Das seit 2015 bestehende Projekt schafft vielfältige Kontakte zwischen den Schülern und geflüchteten Menschen und ermöglicht intensive Begegnungen, durch die Vorurteile und Berührungsängste abgebaut werden. Die Schüler tragen die vielen Einzelprojekte überwiegend selbst und erfüllen sie mit Leben – zusammen mit den Geflüchteten.
  • Die Auszeichnung in der Kategorie "Soziokultur und künstlerisch-ästhetisches Handeln" geht an das Kindertheater "Der kleine Drachenstich", das vom Verein Historisches Kinderfest Furth im Wald durchgeführt wird. 60 bis 80 Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren bringen jedes Jahr eine Kinderversion des Drachenstichs auf die Bühne. Das außerschulische und ehrenamtliche Projekt hat eine lange Tradition und ist fester Bestandteil der Stadtkultur von Furth im Wald.
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