Regensburg
07.07.2020 - 17:34 Uhr
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Kommentar: Wieso RTL mehr Rückgrat hat als die Regensburger Schlossfestspiele

Xavier Naidoos Ansichten sind teils skurril, teils gefährlich. Er verbreitet Verschwörungsmythen und rassistische Inhalte. Trotzdem soll er in Regensburg auftreten. Maria Oberleitner findet nicht, dass man es ihm so einfach machen sollte.

Kommentar von Maria Oberleitner
Xavier Naidoo 2015 auf der Bühne mit der Band "Söhne Mannheims". Bild: Uwe Anspach/dpa
Xavier Naidoo 2015 auf der Bühne mit der Band "Söhne Mannheims".

Man kann von "Deutschland sucht den Superstar" halten, was man will. Eines steht fest: Sie haben schon im März mehr Haltung bewiesen als die Regensburger Schlossfestspiele es aktuell tun. Nachdem ein Video durch die Sozialen Medien kursiert war, in dem Naidoo sich rassistisch geäußert hatte, hat der Sänger damals seinen Platz in der DSDS-Jury verloren. Naidoo hatte zwar später die Rassismusvorwürfe zurückgewiesen - doch wirft man einen Blick auf seine sonstigen Äußerungen in Interviews, Videos oder auf Telegram, so lässt sich recht schnell ein deutliches Bild seiner Ansichten zeichnen. Und mit jeder Woche, die vergeht, werden seine Ansichten klarer. Und seine Aussagen skurriler. Der Odeon-Concerte-Chef argumentiert allerdings, dass er als Veranstalter keine Stellung zu "privaten Äußerungen" eines Künstlers nähme. Wenn Naidoos Telegram-Kanal - jedem frei zugänglich - mit mehr als 83 000 Mitgliedern allerdings privat sein soll, dann sind wohl auch Naidoos Konzerte als "privat" einzustufen.

Es kann nicht sein, dass jemandem, der sich so offen demokratiefeindlich und rassistisch äußert, ohne großes Wenn und Aber eine Bühne geboten wird, ohne, dass nicht mindestens zuvor auf dessen Gesinnung aufmerksam gemacht wird. Und man sich klar von dieser Haltung distanziert.

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Regensburg07.07.2020
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