29.08.2018 - 18:15 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Lief Thai-Massage aus dem Ruder?

Die junge Frau wollte nur eine Thai-Massage. Ein 27-jähriger Masseur ist nun wegen sexuellem Übergriff und Vergewaltigung angeklagt.

Symbolbild
von Autor AHSProfil

(ahs) Der Besuch eines Massagesalons in der Regensburger Innenstadt soll für eine junge Frau zum Horror-Erlebnis geworden sein.. Seit Dienstag muss sich ein 27-jähriger irakischer Asylbewerber vor dem Landgericht Regensburg wegen sexuellem Übergriff in Tateinheit mit Vergewaltigung verantworten.

Die mutmaßliche Geschädigte (19) hatte Anfang Dezember vergangenen Jahres den Massagesalon aufgesucht, um sich mit einer Ganzkörper-Thai-Massage verwöhnen zu lassen. Hierzu legte sie sich dem Anklagesatz zufolge nur mit einem Slip bekleidet auf die Liege. Nachdem der Angeklagte mit der Rückenpartie fertig war, soll er die Kundin, für diese völlig überraschend, oberhalb und auch unter dem Slip berührt haben. Die völlig überrumpelte Frau soll deshalb den Angeklagten, der kaum ein Wort Deutsch spricht, unmissverständlich aufgefordert haben, dies zu unterlassen. Dieser entschuldigte sich mit "Sorry" und setzte seine Tätigkeit fort. Dabei soll seine Hand erneut unter den Slip gewandert sein. Wieder soll sie ihn aufgefordert haben, es zu unterlassen, blieb aber liegen. Als es zu einem weiteren Übergriff kam, brach sie die Sitzung ab und kleidete sich an. Die Frau erstattete zeitnah bei der Polizei Anzeige.

Geraume Zeit war die Identität des Angeklagten nicht bekannt. Erst über die Betreiber des Massagesalons konnte ermittelt werden, dass sich der Angeklagte in einer Asylbewerberunterkunft im nördlichen Landkreis aufhält. Nachdem die vermeintlich Geschädigte ihren Peiniger auf einer Wahlbildvorlage wieder erkannte wurde der Angeklagte Mitte März festgenommen.

Nach Verlesen der Anklage ließ der Iraker über seinen Verteidiger Thomas Winkelmeier erklären, dass es zu keinerlei sexuellen Handlungen gekommen sei. Nur einmal sei er, bedingt durch das Massageöl, abgerutscht und seitlich an den Slip gekommen. Ein anderer Masseur hätte alles beobachten können, da sich dessen Liege nur durch einen nicht ganz geschlossenen Vorhang getrennt, im gleichen Raum befand. Auch die Betreiber seien etwa fünf Mal im Zimmer gewesen. Nach der Sitzung habe es ein Gespräch zwischen den Betreibern und der Kundin gegeben, da sich diese über Küsse und Übergriffe beschwert habe.

Der Angeklagte selbst ergänzte über einen Dolmetscher, dass er bereits 2011 bis 2013 im Irak als Masseur gearbeitet habe. Im Regensburger Salon war es der erste Tag, an dem er Probe arbeitete. Für die im Raum stehenden Behauptungen habe er keine Erklärung. Im Irak seien solche Übergriffe ein Verbrechen, für das man erschossen werde. Er selbst habe seit dem März eine feste Freundin. Für den Prozess - der teils unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet - sind vier Tage angesetzt.

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