München/Regensburg. Die Zahl der Einbürgerungen in Bayern ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München mitteilte. Die 15 638 Ausländer, die 2017 eingebürgert wurden, waren 8,6 Prozent mehr Menschen als noch im Vorjahr. Aufgrund der hohen Ausländeranteile der Großstädte München, Nürnberg und Augsburg verzeichneten die Regierungsbezirke Oberbayern (7271), Schwaben (2390) und Mittelfranken (2364) folgerichtig die meisten Einbürgerungen.
893 neue Oberpfälzer
Auch Ostbayern erhielt Zuwachs: In der Oberpfalz und in Niederbayern wohnen laut Landesamt für Statistik jeweils 893, also sechs Prozent der neuen Staatsbürger. Der Spitzenreiter unter allen Herkunftsländern war wie in den Vorjahren die Türkei. Von dort stammen 1926 Menschen (12,3 Prozent), die 2017 einen deutschen Pass bekamen. Besonders auffällig: Die Zahl der britischen Staatsangehörigen, die 2017 deutsche Staatsbürger wurden, hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit 974 sogar mehr als verdreifacht. Diese Entwicklung liege „sicherlich auch am Brexit“, erklärte der Minister. Im Juni 2016 hatte bei einem Referendum eine knappe Mehrheit der Bürger im Vereinigten Königreich für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. „Nicht alle Briten wollen sich offenbar mit dem Ausstieg abfinden und die Errungenschaften der Europäischen Union weiter nutzen“, sagte Herrmann. Knapp 43 Prozent der in Bayern eingebürgerten Ausländer stammen aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Damit hat der Anteil an Unionsbürgern erneut zugenommen: 2015 waren es noch 35,5 Prozent, im Jahr darauf 38,1 Prozent. Den größten Anteil in dieser Gruppe machen Rumänen (1245) aus, gefolgt von den britischen Staatsbürgern. Sechs Menschen überreichte der Innenminister am Montag ihre Einbürgerungsurkunde. Darunter einem in Regensburg wohnhaften libanesischen Staatsangehörigen, der in Italien ein Maschinenbaustudium mit Masterabschluss beendet hat, und derzeit in leitender Funktion für eine große Maschinenfabrik in Regensburg tätig ist. Einer weiterer ist Anthony Davies, vormals britischer Staatsangehöriger aus München. Er lebt seit 2004 in Deutschland und entschied nach dem Brexit, den deutschen Pass zu beantragen. „Meine Heimat ist jetzt Deutschland“, sagte Davies. „Ich habe keine Pläne, zurückzugehen.“ Herrmann betonte, dass die Staatsangehörigkeit nach anspruchsvollen Kriterien verliehen werde. Wer eingebürgert werden will, muss seinen Wohnsitz seit mindestens acht Jahren in Deutschland haben. Zudem ausreichende Deutschkenntnisse und ein gesicherter Unterhalt.













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