05.12.2018 - 17:48 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

"Minister-Einbrecher" auf der Anklagebank

Sie waren schon verurteilt, geben ihre Taten zu. Trotzdem stehen zwei Oberpfälzer Einbrecher in Regensburg erneut vor Gericht.

Ein 20-Jähriger muss vor Gericht, weil er eine Waffe mit auf ein Sportgelände nahm. Zum Einsatz kam die Pistole aber nicht.
von Autor AHSProfil

Seit Dienstag muss das Landgericht Regensburg nachsitzen: Nach Revision hatte der Bundesgerichtshof zwei Urteile aufgehoben: Ein 50-jähriger Regensburger Koch war 2016 wegen Einbruchs und Computerbetrug zu vier Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Ein 43-jähriger Industriemechaniker aus Roding hatte damals vier Jahren und zehn Monaten erhalten.

Das Einbrecher Duo war von 2012 bis 2015 bayernweit aktiv, besonders oft in Regensburg. Auch ins dortige Büro der damaligen Ministerin Emilia Müller stiegen sie ein. Insgesamt erbeutete das Duo über 36 000 Euro Bargeld und rund 162 000 Euro an Diebesgut. Der Sachschaden soll bei knapp 70 000 Euro liegen.

Das erste Urteil hoben die Richter in Karlsruhe auf, weil es nur von Einzeltaten ausgingen, ohne die Möglichkeit einer einheitlichen Tatbegehung geprüft zu haben. Zudem ging aus der Urteilsbegründung nicht hervor, mit welchen Einzelstrafen die Taten bewertet wurden. Da sich diese Mängel auch auf die Strafe des 50-Jährigen mindernd auswirken könnte, hoben die Karlsruher Richter auch sein Urteil auf, obwohl er selbst kein Rechtsmittel eingelegt hatte.

Über ein gestohlenes Handy, das geortet werden konnte, kam die Polizei dem Duo auf die Spur. Die Angeklagten bestritten die Taten auch bei der Prozess-Neuauflage nicht. Einer gab an, ein Staatsanwalt habe ihm einst eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt. Dies verneinte der Staatsanwalt im Zeugenstand. Der Angeklagte habe danach gefragt, er sei darauf aber nicht eingegangen.

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