18.08.2021 - 10:51 Uhr
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Neuer Kinofilm: Wenn Regensburg zu Paris wird

In einer Neuverfilmung kommt im September der Thomas-Mann-Klassiker „Die Bekenntnisse des Hochstapler Felix Krull“ in die Kinos. Heimlicher Star des Streifens ist Regensburg: Hier wurden Szenen gedreht, die im Film in Paris spielen.

Regensburg kommt im Kino groß raus: Die Uferszene, die im Felix-Krull-Film an der Pariser Seine spielt, wurde an der Donau in der Domstadt gedreht.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Ende Juli vergangenen Jahres kamen Schaulustige in Regensburg auf ihre Kosten: Sie konnten beobachten, wie bekannte Schauspieler am Donauufer bei der Wurstkuchl und an weiteren Plätzen in der Altstadt zu Dreharbeiten zusammenkamen. Anwohner hatten schon zuvor Post in ihren Briefkästen erhalten: Sie wurden von der Produktionsfirma gebeten, abgestellte Räder aus den Gassen zu entfernen. Und: Man solle nicht die Feuerwehr rufen, wenn kurzzeitig künstlicher Nebel aufsteigt – das gehöre zu den Dreharbeiten.

Die Drehs in Regensburg waren Teil der Filmproduktion für den neuen Streifen „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ der Bavaria Film. Genutzt wurde die Regensburger Stadtkulisse, um einige Szenen einzufangen, die im Film eigentlich in Paris stattfinden. „Ein nicht unbedeutender Teil der Filmhandlung spielt in Paris am Ufer der Seine und der dortigen Altstadt“, erklärt Produzent Markus Zimmer gegenüber unserer Zeitung. „Der Uferbereich unter der Steinernen Brücke und einige Gassen der Regensburger Altstadt konnten von uns ideal als Alternativdrehorte genutzt werden.“ Die Dreharbeiten am 25. und 26. Juli 2020 seien wie geplant abgelaufen, berichtet Zimmer. In Erinnerung ist ihm geblieben, dass viele Zuschauer aus Regensburg und Umgebung das Geschehen von der Steinernen Brücke aus beobachteten.

Bekannte Schauspieler

Der Film ist vor und hinter der Kamera hochkarätig besetzt. Jannis Niewöhner spielt Felix Krull, einen attraktiven jungen Mann aus gutbürgerlichem Haus, der seine Verwandlungskünste und Rollenspiele seit frühestem Kindesalter perfektioniert hat. Nach einigen Schicksalsschlägen erhält er die Möglichkeit, als Liftboy in einem Pariser Luxushotel zu arbeiten. Dort steigt er rasch zum Oberkellner auf – und bringt als solcher die weiblichen Gäste reihenweise um den Verstand. Bei einem Zusammentreffen mit dem unglücklich verliebten Marquis Louis de Venosta (David Kross) kommen die beiden auf die Idee, ihre Identitäten zu tauschen, um dem Marquis ein Zusammenleben mit der temperamentvollen und freizügigen Zaza (Liv Lisa Fries) zu ermöglichen. Krull gerät schließlich an den Königshof von Lissabon – wo er sein Meisterstück als Hochstapler abliefern kann.

Bis in die Nebenrollen spielen in dem Film bekannte Schauspieler mit, unter anderem Maria Furtwängler als Madame Houpflé und Joachim Król als Professor Kuckuck. Regie führte Detlev Buck („Männerpension“), das Drehbuch kam von Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“). Produzent Markus Zimmer sagt, es war „überfällig“, den Klassiker der Weltliteratur neu zu verfilmen. „Thomas Manns Felix Krull ist eine seiner populärsten und zeitlos-aktuellsten Figuren, deren Charme und Humor nach wie vor Leser und Theaterzuschauer begeistern“, sagt Zimmermann. „Wir freuen uns, hierfür von der Regie über den Drehbuchautor bis hin zur Besetzung ein unvergleichliches Staraufgebot präsentieren zu können.“

Wie bei "Apocalypse Now"

Die Corona-Bedingungen hatten die Dreharbeiten erschwert. Die ersten zwei Drehwochen im Bavaria-Filmstudio im März 2020 waren noch planmäßig verlaufen, dann kam der erste Lockdown. Ohne die erforderlichen Drehgenehmigungen musste eine dreimonatige Zwangspause eingelegt werden. „Die Dreharbeiten fühlten sich etwa an wie ‚Apocalypse Now‘“, blickt Regisseur Buck zurück. „Während des Lockdowns habe ich gesagt, ich möchte, dass der Geist nicht verloren geht. Irgendwann hieß es dann einfach durchhalten. Die Motivation ändert sich.“ Die Produktion entstand komplett in Deutschland, nur die letzten Tage wurden, dem Roman gemäß, an Originalmotiven in Lissabon gedreht. „Wir mogelten uns so durch“, kommentiert Buck, „aber Film ist ja Betrug!“ Am 2. September kommt „Bekenntnisse des Hochstapler Felix Krull in die Kinos.

"Beckenrandsheriff" in Pleystein gedreht

Pleystein
Hintergrund:

Regensburg als Filmstadt

  • Die ZDF-Serie „Kommissarin Lucas“ mit Ulrike Kriener wurde über 30 Folgen lang in Regensburg gedreht.
  • Für die Kinokomödie „Eine ganz heiße Nummer“ fanden 2010 Dreharbeiten in Regensburg statt.
  • 2012 wurden in Regensburg Teile des Films „Paganini – Der Teufelsgeiger“ mit David Garrett gedreht.

 

 

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