13.12.2019 - 16:44 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Neuer Stadtführer zu unheimlichen Orten in Regensburg

Regensburg hat nicht nur Sonnenseiten. Hinter vermeintlich norditalienischer Lebensfreude lauern Höllenbewohner, ruhelose Seelen und sonstiges Gelichter. Dies bringt nun ein Stadtführer der besonderen Art ans Licht.

Schloss Weis in Regensburg ist einer der Orte, der im neuen Stadtführer von Julia Kathrin Knoll und Christian Greller beschrieben wird.
von Susanne WolkeProfil

Regensburg gilt als mittelalterliches Wunder - aber als Schauplatz für Geschichten über Hexen, Geister und Verbrechen hat es sich in der allgemeinen Vorstellung bislang nicht durchgesetzt. Sehr zur Verwunderung von Julia Kathrin Knoll. Während viele ihrer Bekannten hinsichtlich Regensburg eher dem Bild von südländischem Flanieren und sonnigen Außenplätzen verfallen sind, hat die Autorin die dunkle Seite ihrer Wahlheimat schon lange erkannt.

Als daher die offizielle Legitimation zum Gruseln kam, war bei Julia Kathrin Knoll die Freude groß. Das war soweit, als der Regenstaufer Battenberg Gietl Verlag auf dieselbe Idee kam. "Ich habe mich schon immer für Sagen und Mythen interessiert", sagt Julia Kathrin Knoll. Und auch beim Battenberg Gietl Verlag "gehen Sagen immer gut".

Das handliche Buch, das im Zuge dieser Übereinstimmung als ungewöhnlicher Stadtführer herausgekommen ist, beweist es nun: Der Leser und Regensburg-Besucher mag es ebenfalls schaurig. "Von Hexen, Geistern und Verbrechern", so der vielversprechende Titel des neue Bandes, erfreut sich kurz nach der Erscheinung reger Nachfrage.

Julia Kathrin Knoll und Christian Greller haben einen Buch über unheimliche Orte in Regensburg geschrieben.

Pesthäuser und Spukschloss

Als "Rundgang zu den unheimlichsten Orten in Regensburg und Umgebung", versteht sich das knapp 170 Seiten umfassende Taschenbuch. Julia Kathrin Knoll durfte dabei aus dem Vollen schöpfen. Von den Toten im Stadtpark über die Folterkammer im Rathaus bis hin zu den Pesthäusern am Unteren Wöhrd und dem Spukschloss Weichs nimmt sie den Besucher mit auf eine unheimliche Reise.

In Regensburg, so weiß man spätestens seit der Lektüre, wimmelt es nur so Geistern, Hexenvolk und Teufelsanhängern. In der Minoritenkirche soll bis heute die dicke Agnes jammern, im "Haus zum Pelikan" in der Keplerstraße gibt es eine Todesuhr. Und dass die Fertigstellung der Steinernen Brücke auf einen Pakt des Baumeisters mit dem Teufel zurückgeht, ist ja bekannt. Im weiteren Umkreis von Regensburg wirft unter anderem die Geisterburg Stockenfels ihre finsteren Schatten.

Unheimlich sind die Geschichten von Gotteslästerern, mysteriösen Todesfällen und brutalen Morden allemal. Ein besonderes Anliegen war der Autorin bei der Zusammenstellung des Buches die sachliche Wiedergabe. Julia Kathrin Knoll, die als Stadtführerin die entlegensten Ecken Regensburgs kennt, entführt in die Welt der Sagen, Spukgeschichten und düsteren Legenden "ohne dabei reißerisch zu sein", wie sie betont.

Romantisch und unheimlich

Ganz ins Bild passen da die Aufnahmen Christian Grellers. Der "nebenberufliche Fotograf" aus Regenstauf, dessen oftmals mystische Arbeiten auch schon in der Wochenzeitung "Die Zeit" erschienen sind, zeigte auch bei den Beiträgen für das neue Buch sein ganzes Können.

Romantisch, unheimlich und diffus erscheinen hier die Regensburger Schauplätze. Kaum eine Stätte des Grauens, über der sich keine unheilvollen Wolken zusammenbrauen, kaum ein Winkel, der nicht in tiefe Schatten getaucht ist. Keine Frage: Regensburg als Schauplatz für Hexen, Geistern und Verbrechen geht auf jeden Fall durch.

Info:

Zum Buch

Das Buch "Von Hexen, Geistern und Verbrechern - Ein Rundgang zu den unheimlichsten Orten in Regensburg und Umgebung" ist im Battenberg Gietl Verlag erschienen und kostet 17,90 Euro.

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