Eine App, die Landwirten die Arbeit erleichtern soll, hat Matthias Coufal zusammen mit drei Mitstreitern entwickelt. Noch in diesem Jahr soll das Produkt auf den Markt kommen. Unterstützt wurden die Jungunternehmer von der Digitalen Gründerinitiative Oberpfalz (DGO).
Agraringenieur Coufal hatte eine digitale Idee, brauchte aber Mitstreiter, die programmieren können. Bei der „Hackaburg“, einer Veranstaltung der Gründerinitiative in Regensburg, lernte er im vergangenen Jahr drei Programmierer kennen. Noch am gleichen Wochenende arbeitete das Team Coufals Idee aus: eine App, die Landwirte und Feldbesitzer zusammenbringt. Coufal war aufgefallen, dass immer mehr Landwirte Felder pachten, die 50 oder sogar 100 Kilometer weit weg von ihrem Hof liegen. Seine Überlegung: Kollegen, die näher an diesen Feldern wohnen, könnten dort anfallende Arbeiten gegen Bezahlung übernehmen.
Dafür entwickelten Coufal und seine Mitstreiter eine App und gründeten das Start-up Agratt-Media. „Auf dem Weg zurück vom eigenen Feld kann ein Landwirt auf der App zum Beispiel sehen, ob er auf einem nahen Acker noch seine Maschinen auslasten kann“, erklärte der junge Mann. Im Zuge der aktuellen Umwelt- und Klimadebatte gebe es auch wieder mehr Landbesitzer, die selbst entscheiden wollen, was auf ihren Böden angebaut werden, sagte Coufal. Sie könnten über die App einen Bauern suchen, der den Acker so bearbeitet, wie der Besitzer es möchte. Im November wollen die Gründer die App auf der Agritechnica, einer großen Landtechnikmesse in Hannover, vorstellen.
Eine entscheidende Rolle in der Gründungsphase von Agratt-Media spielte die DGO. Die jungen Gründer konnten Räume im Regensburger Innovationszentrum Techbase nutzen, um ihre Idee zu entwickeln. Regelmäßig bekamen sie Coachings von einem Gründungsexperten. Außerdem half der Austausch mit anderen Jungunternehmern, die in der Techbase unterkommen, erzählte Coufal.
115 Gründer und Start-ups hat die Digitale Gründerinitiative Oberpfalz in den ersten zweieinhalb Jahren ihres Bestehens betreut. 2017 war die DGO als eine von elf Gründerzentren in Bayern ins Leben gerufen worden. Alexander Rupprecht, Geschäftsführer der R-Tech GmbH, die die Techbase betreibt, sprach am Mittwoch bei einer Pressekonferenz von einem „sehr schönen Projekt, das in die Region hineinwirkt und bei dem die Partner Hand in Hand arbeiten“.
Zusammengetan haben sich für das Projekt Partner aus Hochschulen, Wirtschaft und Kommunen aus der gesamten Oberpfalz. Ziel ist es, ein optimales Umfeld zu schaffen, um den Gründergeist in der Oberpfalz zu stärken. „Wir haben viele etablierte Unternehmen in der Region, doch die Wirtschaft ist dynamisch“, sagte der Regensburger Wirtschaftsreferent Dieter Daminger. „Wir wollen die Menschen ermuntern, ihre Ideen zu entfalten.“
Projektleiterin Veronika Fetzer berichtete, dass die Angebote der DGO sehr gut angenommen werden. Zu den Angeboten gehören Gründer-Wochenenden, Coachings, Investorenabende und sogenannte Hackathons, bei denen Interessierte gemeinsam technische Probleme lösen. Der Zuspruch in den ersten zweieinhalb Jahren habe über den Erwartungen gelegen, sagte Fetzer. Die Regierung der Oberpfalz habe deshalb die weitere Förderung zugesichert. Insgesamt werden die Netzwerkaktivitäten der DGO bis 2023 mit 1,25 Millionen Euro vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert. Dazu haben sich 90 Unternehmen mit über 550 000 Euro finanziell beteiligt. Mittelfristig soll sich die Gründerinitiative selbst tragen.
Während es in Regensburg in der Techbase bereits Werkstätten für Gründer gab, wurden im Zuge der Gründerinitiative nun auch entsprechende Räumlichkeiten in Amberg und Weiden geschaffen. Platz für Gründer gibt es nun im E-House an der OTH in Weiden sowie in einem Gebäude der IHK nahe der OTH in Amberg. An beiden Standorten zusammen habe es bereits sieben Gründungen gegeben, erklärte Wolfgang Weber von der OTH Amberg-Weiden. Weitere würden anstehen.















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