29.06.2018 - 10:54 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Personalnotstand in Pflegeheimen

Nach Berechnungen der Gewerkschaft Verdi fehlen bayernweit rund 12 000 Pfleger in Kliniken und Altenheimen. Der Mangel an Pflegepersonal ist auch in der Oberpfalz spürbar.

Mindestens 22 Prozent mehr Stellen für Pflegekräfte müssten für eine gute Versorgung in Bayern geschaffen werden.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

(olr) Die Caritas leitet in der nördlichen Oberpfalz insgesamt zehn Alten- und Pflegeheime. Knapp 900 Menschen arbeiten dort in Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung für gut 1000 Bewohner. Zwar gab es bisher in keinem dieser Häuser einen Aufnahmestopp aufgrund eines Mangels an Pflegekräften. Trotzdem: Die Situation wird angespannter, gerade mit Blick auf die Zukunft, sagt Marcus Weigl, Pressesprecher der Regensburger Caritas. "Es ist nicht zu leugnen, dass der Personalnotstand auch bei uns angekommen ist."

Deshalb fordert der Caritasverband für die Diözese Regensburg von der Regierung: "Die vorgegebenen gesetzlichen Personalschlüssel müssen dringend erhöht werden. Natürlich kostet das Geld, aber das sollten uns unsere Eltern und Großeltern schon wert sein."

Hilde Zebisch, Vorsitzende der Weidener Arbeiterwohlfahrt, gibt Entwarnung für Weidener AWO-Heime. Sie berichtet von einer Vollbelegung in den Seniorenheimen Hans Bauer und Frank Zebisch. Hier gäbe es derzeit genügend Pfleger, aus Regensburg habe sie jedoch schon von Aufnahmestopps gehört.

Auch die Amberger Diakonie blieb bisher von Aufnahmestopps verschont, berichtet Geschäftsführer und Diakon Marcus Keil. "Jedoch war es vor zwei Jahren noch wesentlich einfacher, passende Pflegekräfte zu finden. Manchmal ist das sehr zäh." Ein Problem sei zum Beispiel auch die Grippewelle gewesen. "In solchen Extremsituationen haben wir uns bislang mit Leihkräften über Wasser gehalten", sagt Keil.

"Dass wir nicht den Pflegenotstand ausrufen müssen, das liegt zum Teil bestimmt an der Heimatverbundenheit der Oberpfälzer", lobt Keil. Was die Suche nach neuen Pflegern erleichtere: "Wir gemeinnützigen Organisationen betreiben kein Lohndumping. Wir zahlen nach Tarif, inklusive Altersvorsorge und Weihnachtsgeld." Gute Bezahlung helfe bei der Suche nach Pflegekräften.



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