27.11.2020 - 17:21 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Planen für das "Konzert danach": Die große Corona-ist-vorbei-Party

Vier regionale Musikgrößen schieben den "Corona-Blues" erst einmal zur Seite und organisieren eine Großveranstaltung für die Donau-Arena - Zeitpunkt noch unklar. Doch die Hoffnung treibt sie an.

Gerwin Eisenhauer: "Letztlich soll es eine große Wiedersehens-Party für Künstler und Fans werden"
von Holger Stiegler (STG)Profil

Die Kulturbranche liegt darnieder: Keine Theater, keine Konzerte, keine Lesungen – gar nichts. Die Corona-Beschränkungen frustrieren viele Kreative und Künstler, oftmals steht die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel. Und trotzdem gibt es kleine Lichtblicke, die Hoffnung für die „Zeit danach“ machen – so wie das Projekt „Stand by us“, das vier bekannte Musiker aus der Region initiiert haben.

„Die Idee ist mir beim Spazierengehen gekommen als mir klar wurde, dass wohl auch im Dezember nichts stattfinden wird“, erzählt Schlagzeuger und Musikdozent Gerwin Eisenhauer, ein gebürtiger Weidener, der in Regensburg lebt. Er wollte etwas finden, auf das man sich freuen kann. Diese könne nur ein ganz großes Konzert sein, das auf jeden Fall stattfinden werde – von dem man allerdings jetzt noch nicht wisse, wann der Termin wirklich sei wird. Mit Musiker-Kollegen sei man sich schnell einig geworden, das Projekt anzugreifen. Jetzt sind es neben Eisenhauer noch Steffi Denk, Markus Engelstädter und Uli Zrenner-Wolkenstein, die dieses große Konzert planen – ein Konzert ohne Corona-Beschränkungen, mit mehreren tausend Besuchern in der Regensburger Donau-Arena. „Letztlich soll es eine große Wiedersehens-Party für Künstler und Fans werden“, sagt Eisenhauer.

Licht am Horizont

Die Mitstreiter mussten nicht groß überzeugt werden. „Die Situation ist für uns Künstler natürlich seit Monaten desolat“, sagt Kontrabass-Spieler und Musikdozent Uli Zrenner-Wolkenstein. Wirtschaftlich, aber vor allem natürlich auch künstlerisch, denn: „Wir haben derzeit keine Empfänger!“ Man sei mehr oder weniger zum Daheimsitzen verdammt. Ein Konzert zu planen sei auch vergleichbar mit einem „Licht am Horizont“, sagt Zrenner-Wolkenstein. Wer sich jetzt ein Konzertticket kaufe, sagt Sängerin Steffi Denk, sichere sich nicht nur den Eintritt: „Die Tickets stehen vor allem für Vorfreude und für eine Perspektive auf eine „Zeit danach“.“ Denn jeder kenne doch das Gefühl, wenn man sich ein Konzert-Ticket gekauft hat und dieses dann an den Spiegel oder den Kühlschrank hängt. „Man freut sich auf diesen Tag X. Jeden Tag ein bisschen mehr. Und auch wenn der Tag noch ein Stück entfernt scheint, so weiß man: Er wird kommen!“

Dies sei eine gemeinsame Perspektive für Künstler und Musikfans in einer kulturell extrem schwierigen Zeit. Aufgeschlossen zeigen sich die Organisatoren für den Fall, dass auch Sponsoren ihre Liebe zu dem Projekt entdecken und dies unterstützen wollen. So bescheiden die Rahmenbedingungen für Kultur derzeit auch seien, so uneffektiv sei es aber zu jammern, betont Sänger Markus Engelstädter. „Heimsetzen und weinen – das sind wir nicht!“, sagt er. Innerhalb kurzer Zeit habe man nun das Gerüst für das Konzert auf die Beine gestellt. „Wir sind zu einer kleinen Konzertagentur geworden“, sagt Engelstädter. Jede Menge Man- und Woman-Power stecke man in das Projekt. Ziel sei es natürlich, die Donau-Arena mit über 7000 Besuchern auch vollzubekommen. Der Vorverkauf dafür ist am Freitag gestartet, innerhalb von zwei Stunden waren bereits die ersten 150 Tickets weg.

Hoffung auf die Fahne geschrieben

"Denn es wird die Zeit kommen, in der große Konzerte wieder möglich sein werden", zeigen sich alle vier Musiker überzeugt. Wann das sein wird - 2021, 2022 oder 2023 - stehe freilich noch in den Sternen. "Wir sind so aufgestellt, dass es theoretisch auch im Frühjahr 2021 schon möglich wäre", macht Zrenner-Wolkenstein die Ernsthaftigkeit deutlich, mit der das Projekt verfolgt wird. Wobei allen Beteiligten klar ist, dass dieser Termin mit ganz großer Wahrscheinlichkeit kaum infrage kommen wird. "Aber wir haben uns die Hoffnung auf die Fahne geschrieben", sagt Engelstädter.

Musik und Corona

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Die Tickets stehen vor allem für Vorfreude und für eine Perspektive auf eine ,Zeit danach'.

Steffi Denk, Sängerin

Steffi Denk, Sängerin

Info:

"Stand by us"

Das "Konzert danach" wird auf alle Fälle in der Donau-Arena in Regensburg stattfinden, nur der Termin steht noch nicht fest. "Wir geben den Termin drei Monate zuvor bekannt", sagt Markus Engelstädter. Neben den Organisatoren stehen als mitwirkende Künstler unter anderem bereits The Divettes, Tanja Raith & Andreas Blaimer, Quadro Nuevo, Georg Ringswandl und Roger Reckles fest. Moderiert wird das Konzert von Bayern-3-Moderator Matthias Matuschik. "wir sind aber noch an vielen weiteren tollen Namen dran", sagt Engelstädter. Tickets sind ab sofort erhältlich für 49 beziehungsweise 59 Euro über die Homepage des Projekts (www.stand-by-us.de).

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