15.05.2019 - 21:44 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Prozess in Regensburg:15-Jährige vergewaltigt?

Eine Jugendliche erhebt nach einer gescheiterten Beziehung schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Freund. Auch die Rolle ihrer Mutter wird vor Gericht durchleuchtet.

Symbolbild.
von Autor AHSProfil

Eine 15-Jährige erschien im April vergangenen Jahres bei der Kripo und behauptete detailreich, ihr 21 Jahre alter Ex-Freund habe sie vor einem halben Jahr vergewaltigt. Seit Donnerstag muss sich der Security-Mitarbeiter aus dem östlichen Landkreis Regensburg vor dem Schöffengericht Regensburg unter Vorsitz von Richter Dr. Wolfhard Meindl wegen dieses Vorwurfs verantworten. Doch die vermeintlich Geschädigte, die als Zeugin aussagen sollte, glänzte am ersten Verhandlungstag durch Abwesenheit.

Dem Anklagesatz zufolge unterhielten die beiden vom März bis November 2017 eine Beziehung, wobei die Jugendliche mit Zustimmung des Jugendamtes auch beim Angeklagten wohnte. Im September oder Oktober soll es gegen ihren Willen zu einem sexuellen Übergriff gekommen sein. Als beide im Bett lagen und sich einen Film anschauten, soll der Angeklagte sie geküsst und nach Sex verlangt haben. Als sie ablehnte, soll er sie fixiert und entkleidet haben. Dann soll es zum ungeschützten Geschlechtsverkehr gekommen sein. Die vermeintlich Geschädigte gab an, ihren Partner angeschrien zu haben, es zu unterlassen, und sich mit den Füßen dagegen gewehrt haben. Schließlich konnte sie sich aus ihrer Zwangslage befreien und ins Bad flüchten.

Verteidiger Helmut Oertel erklärte, dass es immer nur einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gegeben habe. Der Angeklagte berichtete, dass er das Mädchen im Internet kennengelernt habe. Bereits in der ersten Nacht hätten sie "richtig Sex" gehabt. Es sei eine On-Off-Beziehung entstanden - es gab Streit, weil die 15-Jährige die Schule abbrechen wollte.

Ihre Mutter, eine Alkoholikerin, habe ihre Tochter im Rausch körperlich angegriffen, der Vater würde in Leipzig leben. Deshalb habe ihn das Jugendamt gebeten, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Der 21-Jährige gab an, erfahren zu haben, dass seine Freundin bereits seit ihrem zwölften Lebensjahr mit Männern intim gewesen sein soll. Die Mutter charakterisierte ihre Tochter als "frühreif und gewaltbereit". Von einer Vergewaltigung habe sie nie etwas erzählt.

Der Angeklagte soll gegenüber der damals 15-Jährigen mehrfach handgreiflich geworden sein, wie ihm der Vorsitzende vorhielt. Diese Verfahren wurden allerdings eingestellt. Der Angeklagte hatte dann im Dezember 2017 vor Zeugen in einem Bushäuschen seine Freundin mit den Fäusten geschlagen und mit dem Knie in den Magen getreten. Diesen Strafbefehl zu einer Geldstrafe hatte er akzeptiert. Der Prozess dauert an.

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