20.12.2019 - 15:14 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Spielerische Leichtigkeit und starker Ausdruck

Sternstunde der Klassik mit Albrecht Mayer bei den Regensburger "Odeon Concerten" im Audimax

von Stefan RimekProfil

Jedes Mal wenn der bekannte Oboist Albrecht Mayer im Rahmen der "Odeon Concerte" im Audimax der Regensburger Universität gastierte, erlebte das Publikum eine Sternstunde der Klassik. Das lag natürlich an dem Solisten selbst, aber auch an den hochkarätigen Orchestern, mit welchen er zusammenarbeitete. Das gilt auch den jetzigen Konzertabend, den Mayer zusammen mit der Flötistin Daniela Koch und dem Kammerorchester "Camerata Salzburg" gestaltete.

Mit Kompositionen aus der Wiener Klassik, der Moderne und des Barock hatten sich die Verantwortlichen ein breitgefächertes Programm zusammengestellt, das in Werken von Arcangelo Corelli beziehungsweise Peteris Vasks auch einen Bezug zur Weihnachtszeit enthielt.

Angemessene Lebendigkeit

Eingeleitet wurde der Abend im gut gefüllten aber nicht ausverkauften Auditorium maximum von Mozarts Sinfonie Nr. 37 in G-Dur, welche der gebürtige Salzburger bekanntlich von Michael Haydns Sinfonie Nr. 25 "geklaut" hat, indem er dieser eine eigene Einleitung und einige Änderungen in den Bläserstimmen verpasste. Das vom Konzertmeister geleitete Orchester verlieh dem Allegro des Kopfsatzes die angemessene Lebendigkeit, entwickelte im Andante Sinn für die verspielte Lyrik und zeigte im schwungvoll ausgeführten Finalsatz ein überzeugendes Gespür für Dynamik-Kontraste. In Mozarts darauffolgendem Rondo in C-Dur für Oboe und Orchester KV 373 betrat Albrecht Mayer die Bühne und wie von ihm gewohnt, bestach er auch an diesem Abend durch seinen beeindruckend rein intonierten und geschmeidigen Ton, welcher die kantabilen Oboenmelodien dieses Werks herrlich zum Singen brachte.

Danach interpretierte das Orchester den ersten und vierten Satz aus "Musica Adventus" des 1946 geborenen lettischen Komponisten Peteris Vasks und zeigte viel Einfühlungsvermögen in die meditativ-mystischen Streicherklangflächen, die sirenenartigen Glissandi der Violoncelli, das Klangfarbenspiel mit den Flageoletttönen und in die Vogelimitationen des vierten Satzes.

Unterhaltsame Ansage

Vor der Pause brillierte Albrecht Mayer dann erneut im Stile der Wiener Klassik bei der Interpretation von Jan Antonin Kozeluhs Konzert für Oboe und Orchester in F-Dur. Er nahm sämtliche Virtuositäten, inklusive den Solo-Kadenzen, mit spielerischer Leichtigkeit und starkem Ausdruck. In Arcangelo Corellis Concerto grosso op. 6 Nr. 8 in g-Moll bewies das Orchester nach der Pause auch Sinn für barocke Strukturen und deren historische Aufführungspraxis.Zum Abschluss brachten Mayer sowie die Querflötistin Daniela Koch und das Orchester das Konzert für Flöte, Oboe und Orchester in C-Dur von Antonio Salieri zur Aufführung obwohl im Programmheft ein Werk von Domenico Cimarosa stand, was Mayer aber in einer humoristisch durchaus unterhaltsamen Ansage locker flockig als "Fake News" bezeichnete.

Auch hier agierten alle Beteiligten auf hohem musikalischen Niveau und kommunizierten untereinander hervorragend. Als Zugabe zeigte schon im ersten Teil Mayer wie man eine Zirkulationsatemtechnik ausführt und am Schluss gab es noch ein von allen Beteiligten ausgeführtes "Là ci darem la mano" aus Mozarts "Don Giovanni".

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.