Regensburg
19.02.2019 - 11:54 Uhr

Tanja Schweiger bleibt Bezirkschefin der Freien Wähler

Plötzlich Regierungspartei: Bei ihrer Bezirksversammlung haben die Oberpfälzer Freien Wähler ihren neuen Status genossen. Außerdem ging es um Stromtrassen, Bienen-Begehren und Neuwahlen.

Der frischgewählte Bezirksvorstand der Freien Wähler Oberpfalz: Vorsitzende Tanja Schweiger mit ihren Stellvertretern (von links) Dieter Jäger, Hermann Schraml und Hans Kraus. Bild: gib
Der frischgewählte Bezirksvorstand der Freien Wähler Oberpfalz: Vorsitzende Tanja Schweiger mit ihren Stellvertretern (von links) Dieter Jäger, Hermann Schraml und Hans Kraus.

Gelöste Stimmung herrschte am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung der Oberpfälzer Freien Wählern in Regensburg. Das gute Abschneiden bei den Landtags- und Bezirkstagswahlen gibt der Partei Rückenwind. Die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger wurde als Bezirksvorsitzende bestätigt. Mit einem strahlenden Lächeln bedankte sich Schweiger nach der Wahl für das Ergebnis. Mit 91 Prozent der Stimmen war sie wiedergewählt worden. Ihre Stellvertreter bleiben Hans Kraus (Traitsching, Kreis Cham) und Hermann Schraml (Kemnath, Kreis Tirschenreuth). Neu im Bunde der Stellvertreter ist Polizeibeamter Dieter Jäger (Schwandorf), der Jürgen Neuber ablöst.

Mehr als auf ihr eigenes Ergebnis bei der Vorstandswahl ging Schweiger auf das Abschneiden der Partei bei den jüngsten Landtags- und Bezirkstagswahlen ein. „Wir haben ein unglaublich tolles, überragendes Ergebnis eingefahren“, sagte sie. In der Oberpfalz hätten die Freien Wähler mit 14,1 Prozent nochmal besser abgeschnitten als bayernweit (11,6 Prozent). „Das zeigt, dass wir die richtigen Themen besetzt haben.“ Kommunalpolitiker der Freien Wähler hätten in den Gemeinden und Städten über Jahrzehnte viel Vertrauen aufgebaut. „Das hat uns groß werden lassen.“ Während sich die Ergebnisse der anderen Parteien deutlich verschoben hätten, seien die Freien Wähler „stabil die drittstärkste Kraft in der Mitte geblieben“.

Tanja Schweiger blickte auf das vergangene Jahr zurück. Bild: gib
Tanja Schweiger blickte auf das vergangene Jahr zurück.

In den Koalitionsverhandlungen mit der CSU hätten die Freien Wähler die eigenen Themen nie aufgegeben – „auch wenn wir als Juniorpartner nicht alles diktieren können“. Als großen Erfolg bezeichnete Schweiger die Unterstützung der Familien in Bayern: Neben dem Familiengeld gebe es künftig auch einen Zuschuss zu den Betreuungskosten.

Weiterhin treibt die Freien Wähler der Kampf gegen die geplante Stromleitung Südostlink um. „Die Oberpfalz ist am meisten gebeutelt von den geplanten Stromtrassen“, sagte Schweiger. „Wir müssen deutlich machen, dass die Energieerzeugung vor Ort besser und nachhaltiger ist.“ Es brauche ein komplett neues System, was Erzeugung, Speicherung und Verteilung angeht. Jeder sei aufgefordert, sich hier einzubringen. Wenn ein neues Wohnbaugebiet ausgewiesen wird, müsse überlegt werden, wie dort dezentral Energie erzeugt werden kann. Um Lösungen für die Energiespeicherung zu finden, müsse die Wissenschaft mit ausreichend Fördergeldern ausgestattet werden, forderte Schweiger.

Mit Blick auf das erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ sagte Schweiger, es sei jetzt wichtig, verschiedene Seiten an einen Tisch zu bringen. Bauern, Jäger und Bund Naturschutz hätten in der Vergangenheit eher die Unterschiede in ihrer Haltung herausgearbeitet. Nun müsse es darum gehen, für den Artenschutz einen Dialog zu finden. „Das wird nicht einfach“, ist sich Schweiger bewusst.

Mit einem strahlenden Lächeln bedankte sich die Bezirksvorsitzende Tanja Schweiger für die Bestätigung im Amt. Bild: gib
Mit einem strahlenden Lächeln bedankte sich die Bezirksvorsitzende Tanja Schweiger für die Bestätigung im Amt.
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