Holnstein bei Neukirchen
09.05.2026 - 14:00 Uhr
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Landkreislauf-Legende Gabi Keck vom Rollator zurück an die Strecke

Gabi Keck, dreifache Weltmeisterin im Aquabike und Ausdauersport-Pionierin, kämpft sich nach einer Gehirnblutung zurück ins Leben. Trotz gesundheitlicher Rückschläge bleibt sie aktiv und plant ihre nächste sportliche Herausforderung.

Gabi Keck ist eine Koryphäe im Ausdauersport. In der Disziplin Aquabike ist sie dreifache Weltmeisterin. Beim Aquabike muss man drei Kilometer schwimmen und 120 Kilometer Rad fahren. In Amberg ist sie vor allem als Schwimmlehrerin bekannt, außerdem ist sie eine Legende beim Landkreislauf. In ihren 27 Jahren des Mitmachens gewann sie mit ihrem Team alle 27 Läufe. Im vergangenen Jahr konnte Gabi Keck aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen.

Schicksalsschlag verhindert 28. Titel

Wenige Wochen vor dem Landkreislauf erlitt Gabi Keck am 24. April 2025 plötzlich eine Gehirnblutung. „Wir waren am Tag vorher noch im Flugzeug zurück aus dem Trainingslager in Mallorca. Hätte ich im Flugzeug die Gehirnblutung gehabt, wäre ich vielleicht nicht mehr hier“, sagt Gabi Keck. Besonders erschreckend für sie ist, dass die Ärzte keine Ursache für die Gehirnblutung finden konnten. Sie wurde schnell ins Krankenhaus eingeliefert und operiert. „Die Blutung war sehr stark, allerdings war die Wunde schon wieder verschlossen. Ich bin sehr dankbar, nicht gelähmt gewesen zu sein.“

Nach der Operation kam es aber zu einem weiteren Rückschlag: Eine Woche nach der OP funktionierte der Gehirnfluss nicht mehr, und sie konnte nicht mehr laufen. Eine Zeit lang konnte sie sogar nichts mehr sehen und sich auch an nichts mehr erinnern. Mittlerweile hat sie ein Ventil hinterm Ohr, das den Gehirndruck steuert. „Ohne dieses Ventil könnte ich mein tägliches Leben nicht mehr normal bewältigen.“

Harter Kampf zurück ins Leben

Gabi Keck hat sich aber nicht unterkriegen lassen. Sie wusste sofort: „Ich muss und werde kämpfen.“ Mit dem Rollator musste sie wieder laufen lernen. „Mein Gehirn hat kleine Schäden, aber ich habe immer alles gegeben, um die Sachen wieder zu erlernen.“ Als sie wieder einigermaßen Treppen steigen konnte, ist sie täglich die fünf Stockwerke im Krankenhaus alleine auf- und abgestiegen. Innerhalb von einem Jahr hat sie sich ins Leben zurück gekämpft und ist beim Trainingslager in Mallorca wieder insgesamt 1000 Kilometer Rad gefahren.

Auch beim Schwimmen macht sie schnelle Fortschritte. Mittlerweile ist sie wieder bei 85 Prozent ihrer vorherigen Leistungsfähigkeit. „Die größten Hürden sind mittlerweile die psychischen. Ich traue mich noch nicht, auf 100 Prozent zu gehen. Da ich nicht die Ursache der Hirnblutung habe, habe ich auch noch Angst davor, dass ich wieder eine haben könnte. Ich habe über drei Monate gebraucht, um mich wieder aufs Rad zu trauen.“ Ihre Fähigkeiten als Schwimmlehrerin und ihr eiserner Wille haben ihr geholfen, diese Sicherheit so schnell wieder zu erlangen. „Ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, jetzt schon solche Fortschritte gemacht zu haben. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Am Landkreislauf im vergangenen Jahr konnte Gabi Keck nicht mitlaufen. Ihre Teamkameradinnen vom CIS hatten für sie an der Ziellinie ein Banner aufgespannt, mit der Aufschrift: „Alle für unsere Gabi.“ Im Krankenhaus wurde ihr Zimmer kurzzeitig gesperrt, weil sie täglich von bis zu 20 Freunden Besuch bekommen hat. „Meine Familie und meine Freunde haben mir wahnsinnig zur Seite gestanden. Egal, ob sie mich zu Terminen gefahren haben oder mir einfach zur Seite standen und mich durch diese schwere Zeit begleitet haben. Ich bin unfassbar dankbar für jeden Tag und für meine Freunde, denn in dieser Zeit habe ich noch einmal deutlich gelernt: Es ist immer der Mensch, der zählt.“

Wieder im Ensatz

Beim diesjährigen Landkreislauf konnte Gabi Keck erneut nicht mitlaufen. Die Erschütterungen beim Laufen sind für sie ein zu großes Risiko. Allerdings ist sie als Teamleiterin des CIS wieder dabei. Die Dauersiegerinnen haben 30 Titel in Folge geholt. „Ich möchte den Mädels in organisatorischer Position unter die Arme greifen. Durch meine Erfahrung kann ich die Strecken sehr gut auf die Läuferinnen aufteilen.“ Ganz ohne Sport bestritt sie den Samstag aber nicht. Sie fuhr die gesamte Strecke von ca. 60 Kilometern mit dem Fahrrad ab und motivierte die Läuferinnen vom CIS.

Im Juli möchte Gabi Keck bereits wieder bei der EM im Aquabike teilnehmen. „Ich möchte es versuchen, ob ich dann wirklich an den Start gehe und mich traue, weiß ich noch nicht. Wenn ich es mache, dann in der zweiten Reihe. Ich möchte einfach wieder in den Wettkampf. Allerdings nicht wie früher bei 100 Prozent, sondern so wie im Training, konzentriert, aber nicht auf Anschlag.“ Das Highlight des Jahres wäre die Triathlon-WM in Abu Dhabi, die vom 13. bis 22. November stattfinden soll. „Aufgrund des Krieges ist zwar ungewiss, ob sie stattfindet, aktuell findet sie aber statt, und die Reise ist schon gebucht.“ Bei der WM wird auch ihr Sohn starten.

Neben ihren Erfolgen beim Aquabike war Gabi Keck auch noch bei vielen anderen Ausdauersportarten vorne mit dabei. Seit 1996 läuft sie Ironman-Rennen. Zehn der Extremsportereignisse beendete sie in unter zehn Stunden. Außerdem landete sie mehrmals in den Top Ten. „Mittlerweile macht mein Sohn auch Ausdauersport. Er hatte damals, als ich in Hawaii angetreten bin, schulfrei bekommen. Er wurde angesteckt, und seitdem trainiert er für den Triathlon“, sagt Gabi Keck.

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