04.07.2019 - 15:16 Uhr
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Urlauber kommen nicht von allein

Die Wälder, Wiesen, Flüsse und Städte in Ostbayern sind wunderschön. Doch das allein genügt nicht, damit Urlauber angezogen werden.

Josef Laumer (Mitte) ist der neue Präsident des Tourismusverbands Ostbayern. Er folgt auf Franz Löffler (rechts). Verbandsvorstand Michael Braun gratulierte.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Der Tourismusverband Ostbayern (TVO) feiert in diesem Jahr das 70-jährige Bestehen. 1949 war im Reichssaal des Alten Rathauses in Regensburg der „Fremdenverkehrsverband Ostbayern“ als Dachorganisation für Niederbayern und die Oberpfalz gegründet worden. Rund 560 000 Übernachtungen zählten die beiden Regierungsbezirke damals zusammen. Im vergangenen Jahr waren es 17,5 Millionen Übernachtungen.

„70 Jahre später sind wir wieder in Regensburg und es ist wahrlich eine Erfolgsgeschichte daraus geworden“, sagte der scheidende TVO-Präsident Franz Löffler bei der Jahreshauptversammlung des Tourismusverbands Ostbayern am Donnerstag im Regensburger Marinaforum. Löffler sprach sich für einen wertigen und nachhaltigen Tourismus aus. „Massentourismus wollen wir nicht.“ Stattdessen müsse die Qualität stimmen, dann sei der Urlauber auch bereit, etwas mehr Geld auszugeben.

Starker Wirtschaftsfaktor

Tourismus sei in Ostbayern ein starker Wirtschaftsfaktor, aber kein Selbstläufer. „Wer denkt, wegen der schönen Natur kommen die Leute sowieso, täuscht sich“, betonte Löffler. Dem Tourismusmanagement müsse ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. „Wir müssen unser Handeln so ausrichten, dass dieses Potenzial auch weiterhin optimal genutzt wird.“ Ein großes Lob sprach Löffler dem Team des TVO aus, das hochprofessionelle Arbeit leiste.

Löffler begrüßte, dass das Thema Fremdenverkehr mittlerweile im Bayerischen Wirtschaftsministerium deutlich aufgewertet worden sei und dort mit Sabine Jarothe eine Frau aus dem Bayerischen Wald an der Spitze der 25-köpfigen Tourismus-Abteilung stehe. Die Fördermittel für den Tourismus hätten sich erhöht. Vor allem das neue Gaststättenmodernisierungsprogramm lobte Löffler. In Niederbayern sei die erste Fördertranche in 23 Minuten vergriffen gewesen. „Wir brauchen die Wirtshauskultur, das ist ein kulturelles Erbe, das wir pflegen müssen“, betonte der Chamer Landrat. Als „Leitprodukte“ im ostbayerischen Tourismus nannte er das Wandern, das Radfahren sowie die Heilbäder und Kurorte. Letztere würden allein für 5,5 Millionen Übernachtungen sorgen.

Digitalisierung notwendig

Turnusgemäß stand die Neuwahl des Präsidiums an. Auf Löffler folgt Josef Laumer, Landrat von Straubing-Bogen, als neuer TVO-Präsident. Eine Besonderheit gibt es: Schon im nächsten Jahr wird das Präsidium wieder neu bestimmt – damit die Wahl künftig synchron zu den Kommunalwahlen abgehalten wird. Im neuen Präsidium sitzen außerdem Franz Löffler, Rupert Troppmann, Bürgermeister von Neustadt/WN, Kurt Seggewiß, OB von Weiden, Alois Brundobler, Bürgermeister von Bad Füssing, Christian Moser, OB von Deggendorf, Jürgen Helmes (IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim), Alexander Schreiner (IHK Niederbayern) sowie die zwei Unternehmensvertreter Andreas Brunner (Oberpfalz) und Hermann Reischl (Niederbayern).

In seiner Antrittsrede betonte Laumer, dass nicht nur Hotels oder Gaststätten vom Tourismus profitieren, sondern auch Branchen wie der Einzelhandel, das Dienstleistungs- sowie das produzierende Gewerbe. Als besondere Herausforderung nannte der Neu-Präsident die Digitalisierung. Der Tourismusverband Ostbayern habe hier eine Vorreiterrolle eingenommen. Dessen Online-Buchungssystem von Kleinbetrieben finde weit über Bayerns Grenzen hinaus Beachtung. Als nächstes wolle man Onlinebuchungen von Erlebnissen möglich machen. Der TVO sei dafür vom Bayerischen Wirtschaftsministerium für ein Pilotprojekt ausgewählt worden.

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