09.04.2019 - 16:40 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Vom Werden und Vergehen

Die Ausstellung "Shapeshifters" im Regensburger Andreas-Stadel vereint die beiden Künstlerinnen Julia Heinisch und Barbara Muhr.

Barbara Muhr (links) und Julia Heinisch stellen gemeinsam im Regensburger Andreas-Stadel aus.
von Susanne WolkeProfil

Mut zur Veränderung! Das proklamiert die Kunsthistorikerin Anne Wiegand angesichts der aktuellen Ausstellung im Regensburger Künstlerhaus Andreas-Stadel. Auf dem Boden links von ihr verwandelt sich gerade ein edles Pferd in eine Mischung aus Drache und Krokodil, lediglich unterbrochen von einem kurzen Erscheinungsbild als Katze. "Wir haben oft Angst vor dem Wandel und dem Neuen", sagt Anne Wiegand. Wohl wahr.

"Shapeshifters" lautet der Titel der Schau von Julia Heinisch und Barbara Muhr im Andreas-Stadel. Dabei verläuft die heraufbeschworene Metamorphose in der Schau oftmals eher im Verborgenen. Das Werk "Interconnected" mit seinem ineinander übergehenden Reigen verschiedener Kreaturen, in zeichnerischer Virtuosität auf die Leinwand gebracht von Julia Heinisch, ist nicht die charakteristischste Arbeit der österreichischen Künstlerin im Andreas-Stadel.

Noch eher ins Auge sticht dort ihre Serie "The Change you don't see". Diese auf dem Boden liegenden Körper aus bandagiertem weißen Stoff, garniert mit Muscheln, Hörnern oder auch einer Türklinke, sollen an zwei Eckpfeiler allen Lebens erinnern: die Geburt und den Tod. Findet die in der Kunstgeschichte schon so oft thematisierte Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling in einem optisch ähnlich aussehenden Kokon statt, so erinnern die Figuren gleichsam an Mumien. Reminiszenzen an die Kunstgeschichte gibt es auch zuhauf bei der zweiten Künstlerin der Schau. Barbara Muhr, die derzeit ein Stipendium im Andreas-Stadel absolviert und gleichzeitig am Institut für Kunstgeschichte der Regensburger Uni promoviert, verlangt dem Betrachter einiges ab an ikonografischem Wissen. Das bemerkte Anne Wiegand bei ihrer Einführung zur Schau.

Doch auch rein visuell ziehen die Gemälde der Künstlerin in den Bann. Groß ist hier eigentlich alles: das Format, das künstlerische Können, die Inhalte. Barbara Muhrs Bilder handeln von berühmten Liebenden. Von Jason und Medea, von der Schönen und dem Biest. Die Dargestellten sind schonungslos ins Blickfeld gerückt, der Hintergrund spielt keine Rolle.

"Shapeshifters" läuft bis Sonntag, 28. April in der Stadelgalerie im Künstlerhaus Andreas-Stadel, Andreasstraße 28 in Regensburg (erstes Obergeschoss). Öffnungszeiten: Mittwoch (9.30 bis 17 Uhr), Samstag und Sonntag (14 bis 17 Uhr).

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.