23.04.2019 - 16:42 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Visionen und Verschwörungstheorien

Das Theater Regensburg widmet sich in der kommenden Spielzeit den "Visionen". Das gilt besonders für die Eröffnungsproduktion.

von Stefan RimekProfil

"Oslo - Mission für den Frieden" lief am Broadway in New York und im Westend in London - am 21. September 2019 kommt es nach Regensburg. Der von Schauspieldirektor Klaus Kusenberg inszenierte Polit-Thriller über das visionäre Friedensabkommen von 1993 zwischen Israel und Palästinavon J. T. Rogers feiert in deutschsprachiger Erstaufführung im Velodrom Premiere.

Im Theater am Bismarckplatz werden zwei Klassiker der Weltliteratur neu aufgelegt: Ab 16. Februar 2020 widmet sich Peter Wittenberg der Verführung, den Lügen, alternativen Fakten und Verschwörungstheorien in Molières französischen Komödienklassiker "Tartuffe". Mit Shakespeares machtgierigem, skrupellosem und ehrgeizigem "Richard III." erweckt Regisseur Georg Schmiedleitner schließlich einen der schauerlichsten Bühnenschurken zum Leben (Premiere: 4. April 2020).

Im Theater am Haidplatz eröffnet das Stück "Am Königsweg" der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek am 22. September 2019 die Spielzeit: Ein aufwühlender Text über die Brüchigkeit unserer westlichen Demokratie. Die Projektentwicklung "Demokratie - Eine postvisionäre Belastungsstörung" von Mia Constantine und Nadine Wiedemann erforscht im Theater am Haidplatz ab 16. Mai 2020 die politischen und gesellschaftlichen Grundlagen unseres Zusammenlebens. Theodor Fontanes "Effi Briest" ist ab 4. April 2020 zu erleben. Das zeitgenössische Erfolgsstück "The Who and the What" vom amerikanisch-muslimischen Pakistani Ayad Akhtar zeigt, was beim Aufeinanderprallen traditionell-muslimischer und modern-westlichen Lebensformen passieren kann (Premiere:18. Januar 2020).

In der zweiten deutschsprachigen Erstaufführung der Spielzeit wird Klaus Kusenberg Beziehungsfragen und vor allem dem Thema des verunsicherten, aufgeklärt-feministischen Mannes mit dem Stück "Sex oder Ex" von Anthony Neilson (ab 9. November 2019) auf den Grund gehen. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit dem Team um Gerwin Eisenhauer. Zusammen mit Regisseur und Autor Marc Becker bringen sie einen musikalisch-intensiven Abend unter dem Titel "Jenseits von St. Emmeram" auf die Bühne.

Und in Sachen Sommertheater: Ferdinand Schmalz' Neubearbeitung "Jedermann (stirbt)" nach Hofmannsthals legendärem Spiel vom Leben und Tod kommt ab 30. Mai 2020 auf die Freilichtbühne im Thon-Dittmer-Palais.

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