28.08.2020 - 13:50 Uhr
RegenstaufDeutschland & Welt

OnTour XI: Ein schöner „Regen“-Tag

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Naab, Pfreimd, Schwarzach. Fast alle wichtigeren Oberpfälzer Flüsse hat die OnTour-Serie erkundet. Im vorletzten Teil stellt sich ein weitererer Kandidat der Reihe vor: Eine herrliche Tour„bei Regen“.

Mitradler Bernd Wolff am Regen bei Ramspau. Dahinter das bekannte Barockschloss
von Ernst FrischholzProfil

Viel Regen, viel Wald und dazu das „Falkensteiner Bockerl“: Das sind die Zutaten für die heutige Tour dieser Reihe, die nochmals durch den Süden und den Osten der Oberpfalz führt. Der Regental-Radweg und der Falkenstein-Radweg verbinden und ergänzen sich hier bestens. Einer herrlichen Runde mit unkomplizierter Anreise steht nichts im Wege.

Ständiger Wegbegleiter ist dabei der Regen. Der Fluss entspringt in Tschechien als Rezna und mündet nach 170 Kilometer in Regensburg in die Donau. Direkt bei der Mündung beginnt der Regental-Radweg. Dazu kommt der Falkenstein-Radweg, der der früheren Bahntrasse von Falkenstein bis kurz vor Regensburg folgt. Diese 44 Kilometer müssen sich zum Beispiel vor dem Bockl-Radwewg von Neustadt/WN nach Eslarn sicher nicht verstecken. Diese beiden Rad-Highlights verbinden sich zur heutigen Tour. Dazwischen liegt allerdings ein „kleiner“ Bergbuckel.

Die Daten zur Tour als gpx-Datei gibt es hier

Start am Bahnhof in Regenstauf

Lost geht die Tour nicht in Regensburg, sondern am Bahnhof in Regenstauf. Nach links sind es auf dem Regental-Radweg laut Beschilderung genau 23,8 Kilometer bis Nittenau, dem ersten Zwischenziel. Vor der Regenbrücke biegt die Route rechts ab und ein paar Meter weiter sofort wieder rechts in den Radweg. Entlang des Regens bietet sich nach fünf Kilometer auf einer Brücke ein wirklich herrlicher Blick auf das bekannte Schloss Ramspau. Auf der anderen Flussseite geht es dann rechts weiter bis nach Nittenau.

Das schönste Teilstück folgt dabei durch die Auen zwischen Hirschling und Stefling über Marienthal. In Nittenau ist dazu ein Stopp fast Pflicht. Am Stadtplatz geht es dann weiter den Schildern nach, am Regen rechts abbiegen. Nach fünf Kilometern auf dem Radweg geht es in einem Kreisverkehr rechts auf die Straße nach Reichenbach mit Blick auf das Kloster, das wie eine Burg über dem Ort thront.

Bockltrasse und Regental-Radweg

Nach der Brücke geht es rechts ab und gleich wieder nach links auf die Straße nach Roßbach. Nach sechs Kilometern beginnt der einzige Anstieg der Tour. Erst steil, dann moderater. Man erreicht den Ort Wald und danach Roßbach. Hier wechselt die Tour auf den Falkenstein-Radweg (Schild Regensburg 24 km).

Nun geht es immer leicht bergab. Die Bockltrasse führt über Bernhardswald, Wenzenbach und Irlbach. Achtung: Ein Stück danach bei Gonnersdorf den Abzweig rechts nach Regenstauf, auf den „R2“, nicht verpassen. Über eine Bahnlinie mit Anrufschranke, erreicht man Zeitlarn und fährt dort nicht an der Bundesstraße entlang. Es ist nun wieder der Regental-Radweg über Regendorf, der die Radler zurück zum Bahnhof Regenstauf bringt.

Ernsts Tourenurteil: "Im Woid ist schee"

Das Tourenurteil in einem Wort: Hervorragend: Diese 65,2 Kilometer und 540 Höhenmeter solle tatsächlich jeder Radfahrer in der Oberpfalz einmal absolviert haben. Die 540 Höhenmeter sind keine akzeptable Ausrede. Auf gut 65 Kilometer verteilt ist diese Menge gut machbar. Das gilt umso mehr, als am Regen einiges fast unbemerkt gesammelt werden. Echte Schwierigkeit gibt es nur eine, die aber ist knackig: der Berg von Reichenbach nach Roßbach auf 565 Höhenmeter. Am Anfang dabei nicht entmutigen lassen. Der Berg beginnt steil, flacht dann ab und ist gut fahrbar. Ab Roßbach geht es dann auf der alten Bahntrasse über 20 Kilometer stets bergab.

Besonders nach dem langen Anstieg von Reichenbach nach Roßbach hoch fällt es schmerzhaft auf, dass es nirgendwo eine Brotzeit und ein Radler gibt.

Ernst Frischholz

Der Belag der Radwege ist bestens und das Naturerlebnis bleibt in Erinnerung. Allerdings gibt es dafür einen Preis: Es fehlt an Einkehrmöglichkeiten: Bis Nittenau ist alles gut, danach nicht mehr. Besonders nach dem langen Anstieg von Reichenbach nach Roßbach hoch fällt es schmerzhaft auf, dass es nirgendwo eine Brotzeit und ein Radler gibt. Das zieht sich so durch, in Hauzendorf, in Wenzenbach. Zwar gibt es Gaststätten, aber die öffnen nur zu Zeiten, wenn man als Radler schon wieder daheim ist. Erst in Regenstauf wird es wieder besser. Mit anderen Worten: Proviant nicht vergessen.

Die Serie
Täler, Hügel, Wald und Wiesen, dazwischen wenig befahrene Wege und Straßen. Ließe man einen Designer am Computer die ideale Landschaft zum Radfahren entwerfen, sie würde aussehen wie die Oberpfalz. In dieser Serie stellt Oberpfalz-Medien einige der schönsten Touren durch den Bezirk vor.

Ernsts Tourentipps:

Die Anfahrt

Dies könnte die einfachste Routenbeschreibung bisher werden. Einfach mit dem Zug anreisen: Die Oberpfalzbahn hält stündlich in Regenstauf. Am Bahnhof beginnt auch die Radtour. Aber auch mit dem Auto ist der Startpunkt einfach zu erreichen – aus Richtung Norden am besten, wenn man die A 93 bereits auf der Abfahrt Ponholz verlässt. Von hier Richtung Regenstauf. Über die Regenbrücke geht es direkt zum Bahnhof. Dort bieten sich gute Parkmöglichkeiten.

Info:

Highlights

  • Der Regental-Radweg: Mit Blick auf das bekannte Schloss Ramspau oder auch mit der Schleife über Hirschling (ebenfalls mit einem sehenswerten Schloss) über Marienthal bis Stefling (wieder ein Schloss). Dazu viel idyllische Natur.
  • Nittenau: Der schöne Stadtplatz und die vielen Störche laden nach Nittenau: Es gibt einen Storchenturm, einen Storchenbrunnen – und von Frühjahr bis Herbst auch zwei echte Störche auf dem Rathaus der Stadt.
  • Reichenbach: Das Kloster der Barmherzigen Brüder ist in der ganzen Oberpfalz ein Begriff. Wegen seiner beeindruckenden Lage, wie eine Burg hoch über dem Ort thronenden, bleibt auch dieser Anblick vom Fluss aus nach oben im Gedächtnis.
  • Falkenstein-Radweg: Auch diese frühere Bahntrasse ist ein echtes Naturerlebnis, das sich zum Beispiel vor dem Bocklweg ab Neustadt/WN sicher nicht verstecken muss. Und das beste: Der Weg führt praktisch immer bergab in Richtung Südwesten.
Info:

Gastronomie

  • Ramspau: Der „Ramspauer Hof“ lädt mit Biergarten zum Verweilen und Rasten ein.
  • Nittenau: Das Stadtcafé lockt mit Außenbereich am Storchenbrunnen; der Brauereigasthof „Jakob“ bietet einen schönen Biergarten; Wer es lieber süß und kalt mag: Direkt neben dem Gasthof gibt es die Eisdiele „da Marco“.
  • Regenstauf: Jahnhalle mit Biergarten; Eichmühle, rechts neben der Regenbrücke, direkt am Fluss mit Biergarten.

Es ist sinnvoll, bei der Gastronomie vorab die Öffnungszeiten zu klären.

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