15.11.2019 - 16:24 Uhr
RegenstaufDeutschland & Welt

Regenstauf: Nach Messerattacke in die Psychiatrie

Er soll versucht haben, einen Mitbewohner in einem Wohnheim in Regenstauf zunächst mit einem Backstein anzugreifen und ihn anschließend mit einem Messer verletzt haben. Ein 22-Jähriger muss in eine psychiatrische Einrichtung.

Regenstauf: Ein 22-Jähriger hat seinen Mitbewohner zunächst mit einem Stein, später mit einem Messer attackiert.
von Autor AHSProfil

Dem 22-Jährigen Beschuldigten bleibt die Sicherungsverwahrung erspart. Stattdessen muss er die seit seiner Festnahme im Mai begonnene stationäre Therapie in einem psychiatrischen Krankenhaus fortsetzen, da er an einer paranoiden Schizophrenie leidet. Das entschied die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg unter dem Vorsitz von Richter Michael Hammer.

Über seinen Verteidiger Alexander Greithaner ließ der Beschuldigte erklären, er könne sich nicht an die Tat erinnern. Er habe zu dem Zeitpunkt unter dem Einfluss von Cannabinoiden gestanden und sei erst zu sich gekommen, als die Polizei vor ihm stand. Andere Heimbewohner, insbesondere der Geschädigte, bestätigten jedoch als Zeugen das Tatgeschehen.

Ein psychologischer Sachverständiger attestierte dem 22-Jährigen, die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen zu haben. Dabei berichtete der Experte, dass die mittlerweile begonnene Behandlung des jungen Mannes sehr positiv verlaufe und der Vollzug bereits gelockert werden konnte.

Auch die Staatsanwaltschaft ließ daraufhin von ihrem ursprünglichen Antrag ab, den Mann in Sicherungsverwahrung zu nehmen.

In der Tatnacht soll sich der Beschuldigte auf einen 24-jährigen Mitbewohner losgegangen sein, der gerade in einem Bett lag. "Warum hast Du meine Mutter geschlagen?", soll der 22-Jährige gerufen haben, während er versuchte, dem Opfer mit einem Pflasterstein auf den Kopf zu schlagen. Das Opfer konnte den Schlag abwehren.

Daraufhin habe der Beschuldigte mit einem Messer mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge vier Mal auf den Oberkörper seines Mitbewohners eingestochen. Schließlich konnten andere Heimbewohner den Angreifer überwältigen und entwaffnen noch bevor die herbeigerufene Streife eintraf.

Die psychische Erkrankung des 22-Jährigen soll dazu geführt haben, dass dieser glaubte, Mitbewohner hätten seiner Familie Gewalt angetan. Dabei soll er ihnen auch unterstellt haben, das Essen seiner Familienangehörigen vergiftet und diese getötet zu haben. Bereits Wochen vor der Tat habe er anderen Heimbewohnern damit gedroht, sie umzubringen.

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