Update 17.08.2026 - 16:43 Uhr

Ruf nach Waldumbau wird angesichts der Waldbrände lauter

Weniger Nadelwälder, mehr Mischwälder: Der Waldumbau ist aus Expertensicht dringend nötig. Doch schnell geht das nicht.

Haase: „Wir müssen Pflanzen pflanzen.“ (Archivbild) Bild: Britta Pedersen/dpa
Haase: „Wir müssen Pflanzen pflanzen.“ (Archivbild)

Angesichts der starken Waldbrände in Deutschland und Belgien betont der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates die Notwendigkeit eines Waldumbaus hin zu Mischwäldern. Es brauche verstärkte Vorsorge, sagte Christian Haase am Morgen im Deutschlandfunk. „Und das heißt für uns als Waldbesitzende: Waldumbau, Waldumbau, Waldumbau. Wir müssen von den reinen Nadelholzbeständen weg hin zu Mischwäldern.“

Dass es jetzt auch in eher „nassen Gebieten“ solche Ausbrüche gebe, zeige deutlich, dass der Klimawandel voranschreite. „Wir müssen Pflanzen pflanzen“, sagte Haase, der auch CDU-Bundestagsabgeordneter ist.

Der Waldumbau laufe seit Jahren. „Das wird sicherlich noch ein Jahrzehnt dauern.“ Aus vitalen Wäldern könnten nicht einfach riesige Kahlflächen gemacht werden. „Man ist überall dabei, Jungpflanzen zu setzen.“ Geschehe das zur falschen Zeit, stürben diese wieder ab. „Also sind das Prozesse, die eine ganze Zeit lang brauchen, und wir müssen sie schneller angehen.“

WWF: Beim Waldumbau „Turbo anschmeißen“

„Was wir derzeit erleben, ist kein Ausnahmeereignis mehr, sondern ein deutliches Warnsignal. Daher müssen wir jetzt aus dieser Katastrophe lernen und die Waldbrandvorsorge entschlossen vorantreiben“, sagte Johannes Zahnen, Waldexperte beim WWF Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur.

„Beim Waldumbau muss Deutschland den Turbo anschmeißen.“ Zwar habe der Umbau hin zu naturnahen Mischwäldern vielerorts begonnen, doch Waldbewirtschaftung und Interessen der Forst- und Holzindustrie erschwerten die Transformation.

„Deutschland braucht deshalb endlich ein modernes Bundeswaldgesetz, das den Herausforderungen der Klimakrise und des Artensterbens gerecht wird“, forderte Zahnen.

© dpa-infocom, dpa:260817-930-540416/2

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.