Schamesröte statt orangefarbener Symbolpolitik

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen – damit dieser mehr als nur ein Ritual ist, bedarf es viel mehr als symbolischer Beleuchtungen, meint Frank Werner.

Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin, präsentiert anlässlich des Internationaler Tages gegen Gewalt an Frauen im Bundesfamilienministerium die Zahlen der Kriminalstatistik 2018 zur Partnerschaftsgewalt.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Alles so schön bunt hier: Die Allianz-Arena in München leuchtet am Montag in Orange, ebenso die Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen oder das Würzburger Rathaus. Hundertfach strahlt orangefarbenes Licht als Mahnung am UN-Aktionstag gegen Gewalt an Frauen. Nett gemeint - doch Schamesröte wäre in Anbetracht der Probleme eher angebracht. So gibt es in der Oberpfalz nur vier Frauenhäuser und ein paar Fluchtwohnungen, in denen die Opfer der schlimmsten Fälle untergebracht werden können. Immerhin: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey steuert gegen. Sie plant einen Rechtsanspruch auf Unterbringung im Frauenhaus. Bei gerade mal 7000 Plätzen bundesweit leider eher eine hohle Phrase. Frauen in Not brauchen sofortige Hilfe. Sie können sich nicht auf Wartelisten setzen lassen. Wer den Mut hat, sich vom prügelnden Mann zu trennen, den dürfen keine zusätzlichen Hürden in den Weg gelegt werden. Das reicht von den für Alleinerziehende oftmals unerschwinglichen Mieten bis zu Zweifeln an den Leidensgeschichten vieler Frauen in der männerdominierten Gesellschaft. Das Tabuthema Gewalt in den eigenen vier Wänden lässt sich nicht durch farbenfrohe Symbolpolitik lösen. Notwendig ist ein Umdenken bei den Rollenbildern. Männliche Härte? Dominanz? Der Kampf der Frauen für Respekt und Sicherheit ist in erster Linie Männersache .

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Tobias Punzmann

Schlimm, dass es auch hier wieder die Opfer sind, die fliehen und ihre gewohnte Umgebung verlassen müssen.

27.11.2019