München
02.12.2021 - 14:41 Uhr

Schausteller bekommen keine Finanzhilfe von Bayern

Mit der Absage der Weihnachtsmärkte werden die Existenznöte von Schaustellern und Marktkaufleuten immer größer. Hilfen des Freistaats können sie nicht erwarten. CSU und Freie Wähler verweisen auf den Bund.

Der weihnachtlich dekorierte Marktplatz in Amberg schaut im Dezember eigentlich anders aus als heuer. Der Weihnachtsmarkt durfte wegen Corona nicht öffnen. Bild: Petra Hartl
Der weihnachtlich dekorierte Marktplatz in Amberg schaut im Dezember eigentlich anders aus als heuer. Der Weihnachtsmarkt durfte wegen Corona nicht öffnen.

Die von der Schließung der Weihnachtsmärkte betroffenen Schausteller und Marktkaufleute können nicht mit Finanzhilfen des Freistaats rechnen. Die Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern lehnten im Wirtschaftsausschuss einen Antrag der SPD nach einem bayerischen "Rettungsschirm" ab. Sie verwiesen auf zur Verfügung stehende Bundeshilfen. Gleiches gelte für die vom Lockdown in den Hochinzidenzregionen Bayerns betroffene Gastronomen, Hoteliers und Einzelhändler. Auch für diese hatten SPD und Grüne nach Möglichkeit Unterstützungsprogramme des Freistaats gefordert.

In ihrem Antrag trat die SPD für die Bereitstellung von 50 Millionen Euro aus dem Corona-Sonderfonds des Freistaats ein. Die Gelder müssten unverzüglich an die Schausteller und Marktkaufleute ausgezahlt werden, erklärte der SPD-Abgeordnete Klaus Adelt. Vor allem die kurzfristige Absage der Weihnachtsmärkte habe die Branche erneut hart getroffen, nachdem bereits Warenbestellungen erfolgt und vielfach auch Buden aufgebaut worden seien. Das sei "alles für die Katz" gewesen, sagte Adelt. Kapital und Ersparnisse seien in der Branche "am Ende".

Freie Wähler: Nur über Bund

Ein landeseigenes Hilfsprogramm sei gerechtfertigt, weil die Staatsregierung die Entscheidung zur Absage der Märkte sowie zum Lockdown in den Hotspot-Regionen selbst getroffen habe, führte Adelt aus. Die Auszahlung der Bundeshilfen werde sich wohl bis ins nächste Jahr ziehen, zudem seien diese für die besonderen Bedürfnisse der Branche nicht passgenau. Lebkuchen und Weihnachtsartikel könnten schließlich nur jetzt verkauft werden.

Manfred Eibl (Freie Wähler) erkannte an, dass die "stark betroffene Traditionsbranche" der Schausteller und Marktkaufleute dringend Unterstützung brauche, dies werde aber am zielführendsten über die Bundeshilfen erreicht. Eibl begrüßte, dass diese über das Jahresende hinaus bis zum 31. März 2022 verlängert und angepasst würden. Ein eigenes bayerisches Hilfsprogramm würde die Lage der Schausteller nicht verbessern. Zum einen würde es Wochen dauern, bis dieses erstellt und funktionsfähig sei, zum anderen müssten die von Bayern erstatteten Beträge anschließend von der Bundesförderung abgezogen werden. Das schaffe keinen Mehrwert, sondern nur zusätzlichen Verwaltungsaufwand, erklärte Eibl.

"Wer anschafft, zahlt"

Die Grünen schlugen die Einführung eines "fiktiven Unternehmerlohns" auch für Schausteller vor. Dieser habe vielen Kulturschaffenden und Solo-Selbständigen geholfen, weil die Überbrückungshilfen des Bundes für diese nicht passgenau genug seien, erläuterte Christian Zwanziger (Grüne). Er erinnerte daran, dass Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch am 19. November Hilfen des Freistaats für Marktkaufleute versprochen habe. Ganz klar sah Franz Bergmüller (AfD) den Freistaat in der Verantwortung. "Wer anschafft, zahlt", brachte er es auf einen kurzen Nenner. Grundsätzlich pflichtete dem auch Albert Duin (FDP) bei, allerdings ließ er sich von der Argumentation Eibls überzeugen. Der Freistaat habe aber eine "moralische Verpflichtung", seinen Beitrag für eine schnelle Auszahlung von Hilfsgeldern zu leisten.

OnetzPlus
Weiden in der Oberpfalz22.11.2021
 
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