Update 01.09.2026 - 15:30 Uhr

Schießerei in niederländischem Dorf - mindestens ein Toter

Schüsse fallen in einem Dorf an der deutschen Grenze. Ein Mensch wird getötet. Die Polizei jagt mutmaßliche Täter. Möglicherweise geht es um einen Drogenkonflikt.

Es habe mehrere Festnahmen gegeben, teilte die Polizei mit. Bild: Avcam/Presseagentur Heitink/ANP/dpa
Es habe mehrere Festnahmen gegeben, teilte die Polizei mit.

Bei einer Schießerei im niederländischen Dorf Overasselt nahe der deutschen Grenze ist mindestens ein Mensch getötet worden. Zwei Polizisten wurden verletzt. Es habe „sehr viele Festnahmen“ gegeben, teilte die Polizei mit. Der Ort bei Nimwegen war stundenlang abgeriegelt, die örtliche Grundschule geschlossen. 

Stundenlang machten mehrere Polizeieinheiten auch mit Hubschraubern Jagd auf die mutmaßlichen Täter. Es soll um dutzende bewaffnete Personen gehen. Nach Zeugenangaben hatten sich einige in einem Maisfeld versteckt. Auf zwei Autobahnen in der Region wurden nach Polizeiangaben mutmaßliche Fluchtautos gestoppt und mehrere Personen festgenommen. Mit Hinweis auf laufende Ermittlungen wollte die Polizei keine Einzelheiten wie die Zahl der Festgenommenen geben. 

Maskierte und schwer bewaffnete Personen

Die Tageszeitung „De Telegraaf“ veröffentlichte Aufnahmen von Kameras, auf denen etwa 30 schwer bewaffnete und maskierte Personen zu sehen sind. Dutzende junge Männer waren demnach am frühen Morgen durch das Dorf gelaufen. Einige trugen Gewehre.

Die Schießerei soll gegen 4 Uhr gewesen sein. Polizei und Hilfsdienste waren nach Angaben der Polizei schnell zur Stelle. Wie die Polizisten verletzt wurden, ist unklar. Sie seien ins Krankenhaus eingeliefert worden und außer Lebensgefahr. 

Möglicher Drogenkonflikt

Nach Medienberichten handelt es sich um einen Konflikt in einer Drogenbande. Der Mann, auf dessen Haus nun geschossen wurde, soll verbunden sein mit der Bande des Kokainhändlers Jos Leijdekkers, genannt „Bolle Jos“. Er ist einer der berüchtigtsten Drogenhändler und steht seit Jahren auf den internationalen Fahndungslisten. 

Schon 2025 Anschlag

Das Haus in dem Dorf war bereits im vergangenen Jahr Ziel eines Anschlages. Damals hatte ein 21-Jähriger mit einer Kalaschnikow auf das Eingangstor gefeuert. Es sollte eine Warnung sein, sagte er später vor Gericht. Den Namen seines Auftraggebers nannte er nicht. 

Bei dem Toten soll es sich nach Medienberichten um einen Personenschützer handeln, den die Bewohner des Hauses nach dem Anschlag angestellt hatten. 

Entsetzte Reaktionen

Bürger und Politiker reagierten entsetzt, über das Ausmaß der Gewalt. „Diese Gewalt tolerieren wir nicht“, sagte Justizminister David van Weel. „Ich bin zutiefst schockiert“, sagte Bürgermeister Joerie Mindes. „Was heute Nacht in Overasselt passiert ist, ist völlig inakzeptabel und überschreitet alle Grenzen.“

© dpa-infocom, dpa:260901-930-614455/2

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.