Die neue Führung der Kliniken Nordoberpfalz AG ist dabei, erste Pflöcke für eine neue Struktur im Krankenhausverbund einzuschlagen: Nach Informationen von Oberpfalz-Medien ist an diesem Montag die Belegschaft über strukturelle Veränderungen informiert worden, die alle drei großen Standorte der AG – Weiden, Tirschenreuth und Kemnath – betreffen. Im Mittelpunkt steht dabei wohl der Ansatz, verschiedene Abteilungen an den Standorten der AG neu anzuordnen. Betroffen sein wird davon dann unter anderem die Orthopädie und die Endoprothetik, die wohl vom Standort in Kemnath abgezogen werden.
Auch die beiden Kreistage und der Stadtrat Weiden wurden nach Informationen von Oberpfalz-Medien im Laufe des Montags über die geplanten Veränderungen informiert. In einem weiteren Schritt sollten die Informationen dann auch an niedergelassene Ärzte und weitere Partner des Klinikenverbunds in der Region gestreut werden. Zur Information der Öffentlichkeit ist an diesem Dienstag um 12 Uhr eine Pressekonferenz am Klinikum in Weiden angesetzt.
Dann dürfte AG-Vorstand Ralph Junghans neben der Verlegung des Endoprothetik-Zentrums und der Orthopädie vom Standort Kemnath auch weitere Umstrukturierungen bekanntgeben. Stattdessen wird in Kemnath wohl die Innere Medizin verbleiben und verstärkt werden. Offen ist dabei, inwieweit der Standort weiter als Akutkrankenhaus samt Notaufnahme erhalten bleiben wird.
Orthopädie nach Tirschenreuth
Von den Veränderungen profitieren dürfte der Standort Tirschenreuth. Von Kemnath aus soll das gesamte orthopädische Angebot dorthin umziehen, so die Information, die Oberpfalz-Medien vorliegt. Um das Haus in Tirschenreuth hatte sich ab 2024 ein großer Konflikt ergeben, als verschiedene Fachabteilungen inklusive der Notaufnahme geschlossen worden waren. Tirschenreuth hatte damals auch den Status als Akutkrankenhaus verloren. Ob sich das wieder ändert, bleibt fraglich. Dennoch dürfte der Standort von den neuen Strukturen profitieren. Wirksam werden soll das neue Konzept samt neuer Abteilungsstruktur ab dem zweiten Quartal 2027.
Eine offizielle Bestätigung für diese Planungen gab es an diesem Montag allerdings von keiner Seite. Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler wollte sich auf Nachfrage zum Abzug der Orthopädie aus seiner Stadt nicht äußern. Der Aufsichtsrat verwies stattdessen auf die offizielle Presseinformation am Dienstag. Ganz ähnlich die Reaktion aus dem Landratsamt Tirschenreuth: Auch dort bat man mit Blick auf den angesetzten Termin für die Pressekonferenz am Dienstag um Geduld, vorab wolle man die künftige Struktur weder erklären noch kommentieren. Und auch der Vorstand der Kliniken AG verwies am Montag auf die folgende Pressekonferenz.
Hintergrund für den Umbau dürften neue Regelungen sein, die mit dem 2024 verabschiedeten Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz vor allem kleinen Krankenhäusern das Überleben erschweren. In dem Gesetz wird zwar nicht unmittelbar auf die Größe der Häuser eingegangen, es macht aber neue Vorgaben für die Angebote in Krankenhäusern der Grundversorgung, die insbesondere von kleinen Häusern nur schwer zu erreichen sind. Unter anderem wird etwa geregelt, wie viele Fachärzte in den verschiedenen Bereichen vorgehalten werden und welche Untersuchungen jeweils in einem Haus möglich sein müssen.
Fachkrankenhäuser ausgenommen
Ausgenommen von diesen Vorgaben sind allerdings spezialisierte Kliniken, die lediglich einzelne medizinische Teilbereiche abdecken. Das erhöht den Anreiz, einzelne Angebote auf bestimmte Standorte zu konzentrieren, um so hochspezialisierte Häuser zu schaffen. Inwieweit dieser Ansatz hinter der neuen Struktur steht und wie davon abgeleitet die neue Struktur aussehen wird, dürfte sich ab diesem Dienstag zeigen.
Der Umbau ist auch die erste Bewährungsprobe für die neue Führungsetage der Kliniken AG um Ralph Junghans. Der Manager hatte den Vorstandsposten zur Jahresmitte angetreten und von Anfang an das Ziel formuliert, die AG aus den roten Zahlen zu führen und dabei aber nicht auf Kürzungen, Schließungen und Rückbau zu setzen. Stattdessen versprach Junghans, das Angebot des Hauses tendenziell ausbauen zu wollen. Allerdings hatte Junghans bereits bei seiner Vorstellung erklärt, innerhalb der KNO Potenziale zu sehen, die er durch organisatorische Umgestaltung heben möchte. Die neuen Strukturen könnten der erste Schritt auf diesem Weg sein.




















Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bayreuther Belegärtze in Tirschenreuth operieren. Mit anderen Worten man schießt sich selbst ins Knie.
Eine Superklinik wird geschlossen ohne die wirtschaftlichen Folgen zu überdenken.
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