Schlag den Kanzlerkandidaten: AKK-Rücktritt setzt Union unter Druck

Wer kennt dieses Kultspiel am PC nicht. Bei "Schlag den Maulwurf" tauchen die Tiere aus Löchern auf, und der Spieler schlägt sie zurück. Die Kür eines Kanzlerkandidaten einer Partei erinnert ein bisschen daran, meint Tobias Schwarzmeier

Symbolbild.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil
Kommentar

Der erste, der seinen Kopf herausstreckt, hat zwar zunächst die Plattform für sich. Doch auf ihn/sie wartet schon die Keule. Wolfgang Schäuble etwa kann ein Lied davon singen. Und auch Annegret Kramp-Karrenbauer hat nun als vermeintlich designierte Nachfolgerin Angela Merkels offenbar genug Prügel eingesteckt.

Mit ihrem Rückzug fehlt nun aber der Platzhalter für all diejenigen in der CDU, die gerne bis zum Bundesparteitag im Maulwurfshügel verweilt hätten. Allen voran Friedrich Merz, der gerne auf Zeit spielen würde, aber nun – durch seine angedeuteten Ambitionen exponiert – früh aus seiner Deckung kommen muss. Aber auch die Spahns, Laschets und Söders die sich lange "eingegraben" hatten, sind bei der Stabilisierung der Union gefordert.

Der Plan Kramp-Karrenbauers, bis zum Dezember die CDU für die schwierige Nach-Merkel-Zeit neu aufzustellen, wird sich nicht verwirklichen lassen. Die Zeit werden sie und andere nicht haben. Jetzt muss es schnell gehen. Dabei ist die Neubesetzung des CDU-Vorsitzes und die damit verbundene Ausrichtung der Partei wichtiger als die K-Frage. Denn wenn durch lange Kandidatendebatten, Flügel-Machtkämpfe und Druck von außen die Schläge immer schneller auf die Partei und die führenden Köpfe einprasseln, wird jeder Maulwurf beschädigt. Und mit ihnen auch ihr Bau.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.