12.10.2020 - 15:25 Uhr
SchnaittenbachDeutschland & Welt

Kokain auf Oberpfälzer Frachtschiff

Auf einem Schiff der Oberpfälzer Reederei Minship haben italienische Ermittler fast 220 Kilogramm Kokain gefunden. Das Schiff war von Brasilien nach Europa aufgebrochen. Die Reederei versichert glaubhaft, selbst Opfer zu sein.

Ein Massengutfrachter wird mit Weizen beladen. Auf einem Schiff der Schnaittenbacher Reederei Minship fanden Ermittler nun Drogen. Die Oberpfälzer Reederei steht nicht im Verdacht.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Auf einem Schiff der Schnaittenbach Reederei Minship wurden bereits Ende September bei einer Kontrolle vor der italienischen Küste 216 Kilogramm Kokain entdeckt. Eine entsprechende Meldung des Internetportals fleetmon.com bestätigte Minship-Geschäftsführer Markus Hiltl auf Nachfrage. Am vergangenem Samstag sei das Schiff von den italiensichen Behörden wieder freigegeben worden. Gegen das Unternehmen wird nicht ermittelt, ein Besatzungsmitglied befinde sich allerdings in Haft.

"Die Festnahme steht in Verbindung mit einem vermuteten Drogenschmuggel nach dem an Bord des Schiffes bei einer Durchsuchung am 30. September entsprechende Substanzen gefunden wurden", schreibt Hiltl in einer Stellungnahme. Die anderen Besatzungsmitglieder der unter liberianischen Flagge fahrenden MV Adrienne seien zu dem Vorfall befragt worden. Das Unternehmen habe die internationale Schiffscrew in den vergangenen Tagen betreut. Erhärtet habe sich der Verdacht wohl nur gegen einen Seemann.

Das Schiff war von Brasilien zur Fahrt über den Atlantik aufgebrochen. Erster Anlaufpunkt in Europa war der Hafen von Motril in Spanien. Von dort sollte es in Richtung Italien weitergehen. Nach der Durchsuchung und dem Drogenfund habe die Reederei "in vollem Umfang" mit den Behörden kooperiert. Hierfür sei ein Mitarbeiter nach Italien gereist. Dieser habe sich auch um rechtlichen Beistand für die Seeleute gekümmert.

Dass Schiffe aus Südamerika immer wieder zum Drogenschmuggel in Richtung Europa genutzt werden, sei bekannt, sagt Hiltl. Die Minship-Reederei habe deshalb entsprechende Prozesse, die verhindern sollen, dass die Schiffe des Unternehmens so missbraucht werden. "Wir sind in den vergangenen 20 Jahren tatsächlich verschont geblieben", sagt Hiltl.

Bei der MV Adrienne handelt es sich um einen 2020 in Dienst gestellten sogenannten Massengutfrachter, der für den Transport von Schüttgut wie Kohle oder Sand gebaut wurde. Das Schiff ist 180 Meter lang und 30 Meter breit.

Den Ermittlungsbehörden ist in Regensburg ein Schlag gegen die Drogenszene gelungen

Regensburg
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