28.01.2019 - 16:11 Uhr
SchönseeDeutschland & Welt

Finanzstarkes Duo für Bayern und Böhmen

30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sind aus Fremden Freunde geworden: Bayern und Böhmen besiegeln im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) eine neue Etappe der Partnerschaft.

Besiegeln eine noch engere Zusammenarbeit: Bayerns Finanzminister Albert Füracker und Tschechiens Regionalministerin Klára Dostálová.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Für Finanzminister Albert Füracker ist es ein angenehmer Termin, wie er selbst sagt. Auch oder gerade weil er im Schönseer CeBB Förderbescheide verteilen muss. Wenn es der guten Sache heimatnah dient ist der Oberpfälzer gerne großzügig. Vor allem aber freut sich der CSU-Bezirkschef auf die Unterzeichnung einer Absichtserklärung, die das grenzüberschreitende Entwicklungsgutachten fortsetzen soll.

Die zweite Unterschrift leistet eine besondere Weggefährtin: "Wir haben uns, als 2015 das Entwicklungsgutachten auf den Weg gebracht wurde, oft getroffen", erinnert er an die Zusammenarbeit mit Klára Dostálová, der tschechischen Ministerin für Regionalentwicklung, "damals waren wir stellvertretende Minister, man hat entschieden uns mit Chefposten zu betrauen - ich finde das wirklich eine kluge Entscheidung", witzelt Füracker.

Ein passender Ort sei das CeBB, um die Partnerschaft weiter zu vertiefen, ein Zentrum der Verständigung, das zwei Nationen, denen es durch den Eisernen Vorhang verwehrt war, miteinander in Kontakt zu kommen, einlädt, einander näher zu kommen. "Was gab es bei der EU-Ost-Erweiterung nicht für große Ängste, dass die uneingeschränkte Freizügigkeit uns Arbeitsplätze kosten könnte", erinnert Füracker an die Skepsis vieler. "Heute stellen wir fest, es hat uns nur Vorteile gebracht."

Ein 35-jähriger Durchschnittsbayer heute könne sich nicht mehr bewusst an die Zeit erinnern, als zwei feindliche Systeme den Kontinent teilten. "Wir müssen deshalb das Bewusstsein dafür schärfen, was geschieht, wenn politisch falsche Kräfte sich durchsetzen." Im Geist der Nachbarschaft habe man den Eisernen Vorhang umgeschmiedet zu einem Goldenen Band: "Das geht nur, wenn beide Seiten profitieren."

"Genau wie Albert war ich als Vizeministerin schon öfter hier", stimmt Klára Dostálová dem bayerischen Kollegen zu, "und ich bin froh, dass wir daran anknüpfen können." Die tschechische Regionalministerin lobt die Fortschritte und freut sich auf neue Herausforderungen, die das gemeinsame Koordinierungszentrum bündeln soll: "In der Wirtschafts- und Umweltpolitik gibt es noch Probleme zu lösen, etwa im Bereich Klimaschutz, wo wir uns austauschen können." Zusammen mit Füracker setze sie sich für die nötige Finanzausstattung ein: "Wir wollen nicht an formellen Hürden scheitern."

Bayerns Heimat- und Finanzminister Albert Füracker zeigt sich im Schönseer CeBB generös.

3 Millionen Euro Förderung

Beim Regionalforum startete die zweite Förderrunde des Heimatministeriums mit grenzüberschreitenden Projekten. Minister Albert Füracker verteilte sieben Bescheide mit einem Gesamtvolumen von drei Millionen Euro:

  • Das "Sekretariat für Kultur und Tourismus" der Arberland Regio GmbH in Regenverfolgt das Ziel, Tourismus-Akteure im Grenzraum stärker zu vernetzen. Es erhält dafür 250.000 Euro.
  • Das Beratungsbüro Oberpfalz in Cham bekommt 712.000 Euro für die Beratung kleiner und mittlerer Unternehmen bei Technologieförderprogrammen.
  • Das Beratungsbüro Oberfranken in Marktredwitz darf Fördermittel in Höhe von 576.000 Euro auf eine bessere sprachliche Verständigung, die Fördermittelberatung und Netzwerktätigkeit aufteilen.
  • Das Beratungsbüro Niederbayern in Freyung wird mit 692.000 Euro ausgestattet, um das Netzwerkmanagement zwischen Wirtschaft und Wissenschaft voranzutreiben und Firmen bei der Fachkräftesuche zu unterstützen.
  • Der Trägerverein Europaregion Donau-Moldau e.V. in Freyung bekommt 100.000 Euro für die Erarbeitung von Konzepten zur Verbesserung des grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehrs.
  • Das Centrum Bavaria Bohemia e.V. in Schönsee organisiert Veranstaltungen im Rahmen der "Kulturstadt Bayern-Böhmen" und wird dafür mit 593.000 Euro gefördert.
  • Das Regionalmarketing Niederbayern-Forum e.V. in Landshut will mit 121.000 Euro die Schaffung einer attraktiven Grenzregion intensivieren.

"Die grenzüberschreitenden Leuchtturmprojekte haben schon viel bewegt", lobt Füracker die Ergebnisse der bereits in der ersten Förderrunde bedachten Trägervereine. Die "Bayerisch-Tschechische Hochschulagentur" in Regensburg etwa stärke Wirtschaft und Wissenschaft. Den Tourismus förderten das Archäo-Zentrum und das Langlaufzentrum in Bärnau. Das "Sprach-Kompetenzzentrum" in "Freyung baue Hürden ab.

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