26.10.2018 - 17:17 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Betreiber der Alex-Züge droht Millionenstrafe

Wegen Zugausfällen, kaputten Toiletten und untragbaren Zuständen in den Zügen hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft die Länderbahn abgemahnt.

Der Alex auf dem Bahnhof in Weiden. Zu häufig kommt der Zug verspätet - manchmal auch gar nicht. Das hat nun Folgen.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat die Länderbahn abgemahnt. Die für die Planung des Zugverkehrs in Bayern zuständige BEG begründet die schriftliche Abmahnung mit "anhaltenden und für die Fahrgäste untragbaren Qualitätsproblemen" im Alex. Betroffen sei sowohl das "Los Süd" zwischen München und Lindau als auch im Norden auf der Verbindung zwischen Hof und München.

Seit Dezember 2017 ist die Länderbahn mit dem "Alex" für die Verbindungen zuständig. "Von Anfang an kam es zu Zugausfällen, massiven Verspätungen und Abweichungen von der vertraglich vereinbarten Regelzugbildung", schreibt die BEG nun zur Begründung der Abmahnung. Fahrzeuge seien abgesperrt gewesen, Heizungen, Türen oder Toiletten defekt. Auch mit den Informationen für die Fahrgäste ist die BEG nicht zufrieden. "Fehlende, defekte Loks in erheblicher Anzahl sowie Personalmangel verschärften dann die Situation noch einmal, insbesondere in den Sommermonaten." Etliche Züge seien ausgefallen, Schienenersatzverkehr oft erst auf Drängen der BEG eingerichtet.

"Während die Probleme zunächst insbesondere beim Alex-Nord für die Fahrgäste spürbar waren, wurde nach und nach auch der Alex-Süd in Mitleidenschaft gezogen." Dort sei vor allem der Ausflugsverkehr am Wochenende betroffen. Für diese Verstöße habe die Länderbahn bereits Vertragsstrafen von mehr als eine Million Euro bezahlen müssen.

Um die Situation zu verbessern hat die BEG der Länderbahn die Molinari Rail AG als "neutralen, externen Berater" zur Seite gestellt, die "eine objektive Betrachtung der Gesamtsituation vornehmen und gemeinsam mit allen Beteiligten Schwachstellen identifizieren sowie Lösungsansätze finden soll", meldet die BEG. Konkret soll es um Instandhaltung der Fahrzeuge, die betriebliche Disposition, die Personalsituation und die Fahrplangestaltung gehen. "Auch die Infrastrukturbetreiber auf deutscher und tschechischer Seite werden mit einbezogen, da sie insbesondere durch ihre Bautätigkeiten einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Pünktlichkeit der Züge haben." Bis Jahresende soll ein Maßnahmenkatalog "endlich merkliche Verbesserungen für die Fahrgäste" erzielen.

Schwierigkeiten räumt Länderbahn-Sprecher Jörg Puchmüller ein. Dennoch habe die Abmahnung bei seinem Unternehmen für Unverständnis gesorgt. "Ja, wir haben Probleme. Aber gerade in den vergangenen Monaten haben wir auch Schritte in die richtige Richtung getan." Gerade im Norden habe sich die Situation zuletzt entspannt, etwa weil die Länderbahn zusätzliche Triebwagen angemietet hat, um den zeitlichen Spielraum zu erhöhen. Hinzu komme, dass in Sachen Pünktlichkeit die Probleme eher an den Einschränkungen beim Schienennetz liegen und nicht vordergründig bei der Länderbahn. Hierüber sei die BEG informiert. Man sei in ständigem Kontakt mit der BEG, so Puchmüller.

So reagiert die Länderbahn auf die Abmahnung

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