28.11.2018 - 12:54 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Dackel "Dina" wieder da

"Dina" ist wieder da. Der Jagd-Dackel von Friedrich Freiherr von Bourscheidt ist von einem Autofahrer in Siegenhofen bei Rieden (Landkreis Amberg-Sulzbach) gefunden worden. Meilenweit vom letzten GPS-Signal entfernt. Nach vier Tagen.

Friedrich Freiherr von Bourscheidt hat seine "Dina" wieder. Thomas Hollweck (links) stieß im benachbarten Landkreis Amberg-Sulzbach auf den Dackel.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Die Stelle befindet sich gut sechs Kilometer Luftlinie von dem Gutshof in Siegenthann (Landkreis Schwandorf) entfernt, an dem der Hund am Samstagmittag zuletzt geortet worden war.

Der Freiherr machte aus seiner großen Erleichterung keinen Hehl, als er "Dina" am Mittwochvormittag bei Finder Thomas Hollweck abholen konnte. Der Dackel hatte es gut getroffen: Er landete bei "netten Menschen", so Bourscheidt, die ihn zum Aufwärmen und Fressen mit nach Hause nahmen. Der Hund war wohlauf, wenn auch sehr müde. "Der mag jetzt erstmal schlafen", schätzte Besitzer Bourscheidt. Danach gab's Pansen und eine Mohrrübe, Leibspeise des Vierbeiners.

Die klein gewachsene Dackeldame war dem Bausachverständigen Hollweck am Morgen regelrecht vors Auto gesprungen. "Mein Dackel hat den Herrn angehalten", kann der Freiherr schon Schmunzeln. Zudem kannte Hollweck den Hund vom "Fahndungsfoto", das am Mittwoch in der Amberger Zeitung erschienen war. "Dina" trug noch Schutzweste und GPS-Sender von der Treibjagd. Der Sender erschien Bourscheidt auf den ersten Blick intakt, wenn auch der Akku inzwischen leer war. Es bleibt ungeklärt, ob das Gerät absichtlich ausgeschaltet wurde - und warum der Hund jetzt in genau entgegengesetzer Richtung zu seinem Zuhause wieder aufgetaucht ist.

Dackeldame Dina ist verschwunden

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Hauptsache wieder da. Die Jägerschaft in der Oberpfalz freut sich mit. "Es ist schrecklich, wenn nach der Jagd alle Hunde zurück sind und deiner fehlt", kann Christian Ertl, Vorsitzender der Kreisgruppe Vohenstrauß im Bayerischen Jagdverband, nachfühlen. Gerade in dieser Hinsicht habe sich die Ausstattung der Stöberhunde mit GPS-Sendern bewährt. Die Technik sei in den letzten Jahren immer besser geworden. Wenn ein Jäger früher seinen Hund vermisste, musste er oft tagelang auf einen erlösenden Anruf eines Bauern oder der Polizei hoffen. "Die Sender haben die Sicherheit der Hunde schon erheblich erhöht."

Ohne Hunde geht bei der Jagd heute nichts mehr. Gerade Schwarzwildjagden seien Bewegungsjagden, die nur mit Stöberhunden möglich seien. An Ertls letzter Treibjagd auf Wildschweine waren über 30 Hunde beteiligt. Denn die Wildsau hat dazu gelernt: Um Schwarzkittel in Bewegung zu bringen, gerade auf großen Flächen, braucht es "schon richtig viele und erfahrene Hunde". Auf Treibjagden legen besonders ausdauernde Stöberhunde - scherzhaft "Fernaufklärer" genannt - etliche Kilometer ohne Leine zurück.

Die Jäger können auf Empfangsgeräten das Signal ihres Halsbandes bis auf eine Entfernung von fünf bis acht Kilometern empfangen. Verliert der Hundebesitzer die Verbindung, bewegt er sich in die Richtung des letzten Signals hinterher. Im Fall von "Dina" scheidet aus, dass sie sich schlicht zu weit von der Jagdgesellschaft entfernt hat: Das letzte Signal war direkt vor dem Gutshof empfangen worden, wo am Samstag die Mittagspause abgehalten worden war.

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