02.07.2020 - 16:02 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Mutmaßlicher Doppelmörder von Schwandorf: Endstation Fischweiher

Die Spur führte von Altenkreith über Bad Kötzting nach Tschechien: Am Mittwoch, 1. Juli, erkannte ein Zeuge den 57-jährigen Karlheinz R. nahe der Stadt Domazlice. Dort nahm ihn die tschechische Polizei fest.

Diese Sachen hatte der 57-Jährige bei sich.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Ein Großaufgebot der Bayerischen Bereitschaftspolizei mit Hubschraubern und Suchhunden, zivile und uniformierte Einheiten, fahndeten fieberhaft nach Mexiko-Heinz, der unter dem Verdacht steht, am Samstag, 27. Juni, in der Kreuzfeldstraße im Schwandorfer Ortsteil Büchelkühn zwei Menschen getötet zu haben. Die Ermittlungsgruppe "Kreuzfeld" hatte den 57-Jährigen schnell im Visier, da die Tat teilweise durch eine Videokamera aufgezeichnet worden war.

Über 40 Zeugenhinweise halfen den Ermittlern auf die richtige Spur, die ins benachbarte Tschechien führte. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gratulierte zum schnellen Fahndungserfolg und lobte die mustergültige Zusammenarbeit mit der tschechischen Polizei: "Wir wissen den professionellen Einsatz und die Hilfsbereitschaft unserer tschechischen Kolleginnen und Kollegen sehr zu schätzen." Die Staatsanwaltschaft Amberg veranlasste einen europäischen Haftbefehl, über das Gemeinsame Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Schwandorf wurden sämtliche Informationen in Echtzeit nach Tschechien übermittelt. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der bayerischen und der tschechischen Polizei waren ausschlaggebend bei der Ergreifung des Verdächtigen.

Am Mittwoch wurde der Verdächtige in Tschechien gefasst

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Der Fluchtweg des Gesuchten konnte bereits in weiten Teilen nachvollzogen werden. So ergaben sich neue Zeugenhinweise auf Aufenthalte am Sonntag in Altenkreith, Bad Kötzting und Grafenwiesen im Landkreis Cham. Der Durchbruch bei der Fahndung dann am gestrigen Mittwoch, 1. Juli: Ein aufmerksamer Zeuge sah den Tatverdächtigen Karlheinz R. an einem Fischweiher bei Novy Dvur, nahe der Stadt Domazlice. Er erkannte ihn aufgrund der Medienberichterstattung wieder und verständigte die tschechische Polizei.

Gegen 16.25 Uhr wurde Karlheinz R. von der tschechischen Polizei widerstandslos festgenommen. Er ist derzeit in Tschechien noch in Haft und wird am morgigen Freitag in enger Abstimmung mit der Bezirksstaatsanwaltschaft Pilsen dem zuständigen Richter vorgeführt. Bei seiner Festnahme führte der Beschuldigte ein Fahrrad und einen Rucksack mit. Die mutmaßliche Tatwaffe befand sich nicht in seinem Besitz, hierzu laufen noch die Ermittlungen der Polizei.

Mit diesem Fahrrad floh der tatverdächtige Karlheinz R. nach Tschechien.
Info:

Hintergrund

Polizeihauptkommissar Florian Beck bestätigte, dass am Samstagnachmittag, 27. Juni, ein Polizeistreife vor Ort in Büchelkühn war. Auslöser war ein Anruf der 57-jährigen Frau, des späteren Opfers. Karlheinz R., ehemaliger Lebensgefährte der Frau, soll um das Haus geschlichen sein. "Das Umfeld wurde entsprechend abgesucht, er konnte aber nicht angetroffen werden", erklärte Beck. Das heißt, die Polizisten hatten keinerlei Kontakt mit Karlheinz R., waren aber in der Umgebung "längere Zeit präsent". Was genau die Frau bei ihrem Anruf gesagt hat, sei noch Teil der Ermittlungen. "Es hat vor Ort keine Erkenntnisse gegeben, die auf die spätere Tat hätten schließen lassen", sagt Beck.

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