17.12.2019 - 18:04 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

US-Art trifft Oberpfälzer Kunst

Christina Lanzls Arbeitsschwerpunkt in den USA war die Kunst im öffentlichen Raum, um Menschen ein angenehmes Lebensumfeld zu schaffen. Als Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses in Schwandorf-Fronberg will sie das fortsetzen.

Christina Lanzl an ihrem neuen Arbeitsplatz im Oberpfälzer Künstlerhaus. Nach vielen Jahren in den USA ist sie in die Oberpfalz zurückgekehrt.
von Irma Held Kontakt Profil

Genau dieser interdisziplinäre Ansatz ist es, der Dr. Christina Lanzls Worten nach an dieser Aufgabe in der neuen alten Heimat gereizt hat und natürlich weiter reizt. Ausstellungen, Theater, Klavierfrühling aber auch die Internationalität durch den Künstleraustausch sowie die Betreuung der drei Sammlungen von Stadt, Bezirk und Förderverein - die Kebbel-Villa blickt nicht nur in eine Kunst- oder Kulturrichtung. Das werde sich nicht ändern. Mit den beiden Mitarbeiterinnen im Künstlerhaus hat sie zur Amtseinführung eine erste visuelle Visitenkarte geschaffen.

Es ist eine kleine Ausstellung mit regionalen Künstlern, Fred Ziegler und Annegret Hoch zum Beispiel. Sie befürworte ein ausgewogenes Programm mit Kulturschaffenden vor Ort, aber auch von außerhalb, ließ die "Neue" bei einem Pressegespräch durchblicken. Sie werde auch fertige Ausstellungen präsentieren, wie "Ostkreuz" etwa, die am vergangenen Sonntag letztmalig zu sehen war und von ihrer Vorgängerin Andrea Lamest in die Oberpfalz gebracht wurde.

Bayern-Böhmen-Schau

Lanzls Handschrift werde erst im nächsten Jahr sichtbar werden. Ab April wird es, passend zu Schwandorf als Kulturstadt Bayern-Böhmen mit dem Veranstaltungsschwerpunkt in und rund um die Kebbel-Villa, eine Ausstellung mit bayerischen und böhmischen Künstlern geben. "Ich freue mich unglaublich auf die Aufgabe." Sie gehe mit offenen Herzen auf alle Leute zu.

Die in Pfreimd aufgewachsene neue Künstlerhaus-Leiterin hat "mit Metall sehr viel gearbeitet". Ihre Arbeiten wurden in Einzel- aber auch Gruppenausstellungen gezeigt. Da sie Maschinen mag, will sie nicht ausschließen, dass sie kinetische Kunst in die Kebbel-Villa holt und zeigt.

Amerikanischer Kulturbetrieb

"Wir haben eine sehr, sehr gute Wahl getroffen", ist sich Oberbürgermeister Andreas Feller sicher, denn Lanzl habe bereits viel Engagement und Herzblut in die Bewerbung gelegt. Für Bezirkstagspräsident Franz Löffler liegt das Spannende darin, dass Christina Lanzl den größten Teil ihres Lebens in den USA verbracht hat, und so eine "besondere Sichtweise auf die künstlerische Entwicklung bei uns hat". Sie hat jahrzehntelange Erfahrungen im und mit dem us-amerikanischen Kulturbetrieb.

Mit dem Ankauf von Arbeiten unterstütze der Bezirk jährlich die Kulturschaffenden der Region. Es sei höchst beeindruckend, wie sich das Schaffen in Qualität und Vielfalt fortsetze. Für die internationale Vernetzung des Hauses sorgt das Austauschprogramm. Das ist das Kerngeschäft des Fördervereins Oberpfälzer Künstlerhaus mit Andreas Hottner an der Spitze. Neben Res Artis läuft über das Bayerische Kultusministerium inzwischen ein Austausch mit Kanada.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler (links), Oberbürgermeister Andreas Feller (Zweiter von links) und Fördervereinsvorsitzender Andreas Hottner (rechts) freuen sich auf die Zusammenarbeit und sind gespannt auf die Initiativen von Christina Lanzl.
Zur Person:

Christina Lanzl

Christina Lanzl wurde am 19. Dezember 1964 in den USA geboren. Sie wuchs in Pfreimd auf und machte 1984 in Nabburg Abitur. Nach einem Studium in Stuttgart mit dem Nebenfach Kunstgeschichte schloss sie 1991 ein weiteres Studium der Kunstgeschichte mit dem Master of Arts an der Boston University ab. 2013 promovierte sie an der Ludwigs-Maximilians-Universität in München. Seit 1991 lebte die neue Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses in den USA. Sie war unter anderem als Direktorin der Bromfield Gallery in Boston tätig, sammelte Erfahrungen auch bei der Drittmittelwerbung und von Finanzierungen als Leiterin des Brookline Arts Center in Massachusetts. Seit 2000 kreiste ihr Schaffen um die Kunst im öffentlichen Raum, um Stadtplanung im weitesten Sinne. Ab August 2014 stand sie an der Spitze des von ihr gegründeten Urban Culture Institutes in Boston.

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