09.10.2019 - 08:56 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Sieben Beschuldigte bei Durchsuchungen wegen Drohschreiben

An Parteizentralen, Moscheen und Medien gehen mehrere Drohschreiben. Sie sind unterzeichnet von bekannten Neonazi-Netzwerken. Nun hat die Polizei Durchsuchungen in mehreren Bundesländern begonnen.

Betroffen von den Drohschreiben waren den Angaben nach auch Ankerzentren in Bayern.
von Agentur DPAProfil

Bei den Durchsuchungen in vier Bundesländern wegen rechtsextremer Drohschreiben gibt es insgesamt sieben Beschuldigte. Sechs der Personen seien vorläufig festgenommen worden, teilte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München mit.

Sechs Verdächtige auf freiem Fuß

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen seien die sechs Verdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der siebte Beschuldigte sei bislang noch nicht angetroffen worden.

Die insgesamt 23 Schreiben vom Juli enthielten unter anderem Drohungen zu Sprengstoffanschlägen und richteten sich gegen Moscheen, Parteizentralen, Medien und andere Einrichtungen. Die

Durchsuchungen mit rund 120 Beamten liefen Behördenangaben nach seit dem frühen Morgen in insgesamt sieben Gebäude in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Drei Durchsuchungen in Bayern

In Bayern erfolgten drei Durchsuchungen: jeweils eine in Oberbayern, Niederbayern und Oberfranken. In Baden-Württemberg gab es zwei Durchsuchungen, in Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es jeweils eine Durchsuchung. Nähere Angaben zu den durchsuchten Objekten machten die Behörden zunächst nicht.

Unterzeichnet waren die Drohschreiben mit "Volksfront", "Combat 18" oder "Blood and Honour". Das Neonazi-Netzwerk "Blood & Honour" (Blut und Ehre) ist verboten. Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation

"Combat 18" gilt als bewaffneter Arm von "Blood and Honour" und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.

Betroffen waren von den Drohschreiben den Angaben nach unter anderem Ankerzentren in Bayern, islamische Zentren, Moscheen, Parteizentralen und Presse- und Medienagenturen. Beteiligt waren an den Durchsuchungen rund 120 Beamte, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamts auf Anfrage. Die Ermittler wurden von Spezialeinsatzkräften und der örtlichen Polizei unterstützt. Neben der Generalstaatsanwaltschaft und dem Landeskriminalamt in Bayern sei auch die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) an den Ermittlungen beteiligt.

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