12.03.2019 - 17:50 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Sparkassen: Schließungswelle vorbei

Die bayerischen Sparkassen wollen ihr digitales Angebot weiter ausbauen. Und das, obwohl sie nicht mehr so viele Filialen schließen wollen wie in der Vergangenheit.

Ulrich Netzer (links), Präsident des Sparkassenverbands Bayern, und Vizepräsident Roland Schmautz.
von Jürgen UmlauftProfil

Die Sparkassen liegen trotz anhaltender Niedrigzins-Phase und wachsender Herausforderungen bei der digitalen Ausrichtung ihrer Geschäfte auf stabilem Kurs. Die Bilanzsumme der 65 kommunalen Institute stieg 2018 um 4,3 Prozent auf 212 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung konnte dagegen nicht gehalten werden. Es sank um fünf Prozent auf 1,67 Milliarden Euro. Entsprechend reduzierte sich der Jahresüberschuss nach vorläufigen Berechnungen um 4,7 Prozent auf 343 Millionen Euro. Diese Werte seien "noch auskömmlich", erklärte Sparkassenpräsident Ulrich Netzer auf der Bilanzpressekonferenz in München.

Auch die sieben Sparkassen in der Oberpfalz konnten 2018 ihre Bilanzsumme spürbar steigern. Sie wuchs von 15,3 auf 15,8 Milliarden Euro an (plus 3,3 Prozent). Leicht zugelegt hat dabei die Sparkasse Oberpfalz-Nord von 1,5 auf 1,6 Milliarden Euro. Unverändert schlossen die Sparkassen Amberg-Sulzbach (1,9 Milliarden Euro) und Schwandorf (2,1 Milliarden Euro) sowie die Vereinigten Sparkassen Eschenbach/Neustadt/Vohenstrauß (1,5 Milliarden Euro).

Weiter auf Rekordhöhe bewegen sich die Kreditvergaben der Sparkassen. Das Kreditvolumen stieg dabei um 4,1 Prozent auf 135,9 Milliarden Euro. Zuwächse gab es sowohl bei den Firmenkrediten als auch bei den Immobilienfinanzierungen. Auch die Geldanlagen der Kunden legten zu, und zwar um 4,5 Prozent auf 167,2 Milliarden Euro. Wegen der niedrigen Zinsen auf Sparbücher waren Aktien und Fondssparpläne mit jeweils zweistelligen Zuwachsraten attraktiv.

Netzer betonte, man sehe diese Entwicklung mit einem lachenden und einen weinenden Auge. Zum einen freue man sich über das Vertrauen der Kunden, zum anderen würden die negativen Einlagezinsen der Europäischen Zentralbank diese Erfolge in den Bilanzen der Sparkassen wieder "auffressen". Das daraus resultierende Abschmelzen des Zinsüberschusses als bisherige Hauptertragsquelle lasse sich "selbst bei bester Gegensteuerung nicht ganz kompensieren". Höhere Provisionsgewinne und Einsparungen beim Personal - 2018 sank die Mitarbeiterzahl der Sparkassen um 3,3 Prozent auf knapp 37 400 - reichten als Ausgleich nicht aus. Die Zahl der besetzten Geschäftsstellen der Sparkassen sank 2018 um 3,8 Prozent auf 2260. Netzer erklärte, aus seiner Sicht liege die "größere Welle der Schließung von Geschäftsstellen hinter uns".

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