Angesichts stark steigender Zahlen von Schulabbrechern und den erneut verheerenden Pisa-Ergebnissen fordert die SPD in Bayern einen grundlegenden Kurswechsel für Bayerns Bildungspolitik. „Wir geben offensichtlich gerade den Kindern nicht genug Unterstützung, die sie am dringendsten brauchen. Wir brauchen bei der Bildung unserer Kinder endlich eine Whatever-it-takes-Mentalität in der Politik. Bayern kann sich ein ungerechtes Bildungssystem nicht länger leisten“, sagte SPD-Landeschefin Ronja Endres der Deutschen Presse-Agentur in München. Notwendige Investitionen dürften nicht länger an der schwarzen Null scheitern.
SPD Parteitag am Wochenende im Zeichen der Bildung
Am Wochenende will Bayerns SPD auf ihrem kleinen Parteitag in Regensburg und bei einem vorgelagerten Kongress mit Experten darüber sprechen, welche Veränderungen nötig sind, damit weniger Kinder durch das Raster fallen. In den folgenden Wochen will die Partei die daraus entwickelten Maßnahmen noch mit einem Finanzierungskonzept unterlegen.
Aus Sicht der bayerischen SPD hat die Staatsregierung bisher nicht die richtigen Schlussfolgerungen aus der steigenden Schulabbrecherquote und dem Pisa-Schock gezogen. „Ein paar zusätzliche Unterrichtsstunden reichen als Antwort nicht aus - erst recht, wenn dafür die Lehrkräfte fehlen. Wir müssen unser Bildungssystem konsequent auf gleiche Chancen ausrichten“, sagte Co-Landeschef Sebastian Roloff. Der Erfolg von Schülern dürfe nicht davon abhängen, wie viel Geld, Zeit oder Unterstützung zu Hause verfügbar seien.
Zwischen 2020 und 2024 stieg in Bayern die Zahl der Jugendlichen, die nach erfüllter Vollzeitschulpflicht das allgemeinbildende Schulwesen ohne Abschluss verließen, um fast 45 Prozent. 2024 waren es fast 4.900 Schülerinnen und Schüler, wie aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht.
Auch die historisch schwachen deutschen Ergebnisse bei Pisa 2022 zeigen aus Sicht der Bayern-SPD grundlegenden Handlungsbedarf: In Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften erreichten Deutschlands Schülerinnen und Schüler die niedrigsten Leistungen seit Beginn der Untersuchung.
Schlechte Bildung hat langfristige Folgen
Die Bayern-SPD verlangt, bei der Finanzierung auch die Folgen unterlassener Investitionen zu berücksichtigen: Ohne Abschluss werde der Weg in Ausbildung, sichere Beschäftigung und ein finanziell unabhängiges Leben schwerer. Ungenutzte Fähigkeiten und fehlende Qualifikationen belasteten zugleich Wirtschaft und Gesellschaft.
„Die Rechnung für unzureichende Bildung verschwindet nicht, nur weil sie nicht im Bildungshaushalt steht“, sagte Roloff. Junge Menschen bezahlten mit verlorenen Lebenschancen, Betrieben fehlten qualifizierte Nachwuchskräfte. „Und die Gesellschaft muss später für die Folgen aufkommen. Wer notwendige Bildungsinvestitionen aufschiebt, spart nicht - er verschiebt die Rechnung.“
© dpa-infocom, dpa:261014-930-840066/1













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