Die SPD sucht weiter ihre Mitte

Zurück zum "Wir". Die SPD will sich auf den Weg zurück zur Volkspartei machen. Doch der wird steinig. Ein Kommentar von Tobias Schwarzmeier.

Die innere Mitte zu finden ist nicht einfach. Schon gar nicht für eine Partei in der Krise.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil
Kommentar

Die Sozialdemokraten wollen sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Gut so. Aber dazu muss die stark verunsicherte, nicht an einem Strang ziehende ehemalige Volkspartei erst festlegen, wo dieses künftig liegen soll.

Die "Grundmelodie einer Politik für die arbeitende Mitte" sei nicht deutlich zu hören gewesen, sagt Parteichefin Andrea Nahles. Kein Wunder bei den alles übertönenden Missklängen in der Großen Koalition und in der eigenen Partei. Doch das ist es nicht allein: Die SPD hat trotz aller Bemühungen in den Augen der Wähler aufgehört, für ihr Klientel ins Horn zu stoßen. Um in Nahles' Diktion zu bleiben: Die kämpferischen Arbeiterlieder haben es nicht in eine moderne Version 4.0 geschafft.

Wohl auch, weil die "tüchtige Mitte", auf die die runderneuert-klassische SPD-Linie abzielen will, heute deutlich schwerer zu lokalisieren ist. Mit dem Wandel der Gesellschaft und der Arbeitsprozesse hat sich das Spektrum verschoben. "Arbeitnehmer" sind wie "Digitalisierungsverlierer" keine homogene, leicht greifbare Gruppe.

Die SPD sucht ihre Mitte. Die Diskussionen und Reibereien zeigen, dass das dauern wird. Doch nur wenn die Partei sich klar ausrichtet und in der Groko sowie gegenüber diffusen Mitbewerbern Ecken und Kanten zeigt, wird die "Grundmelodie" wieder zu hören sein. Initiativen wie das "Starke-Familien-Gesetz" sind der richtige Weg.

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