04.02.2020 - 23:30 Uhr
Steinberg am SeeDeutschland & Welt

„Netter Junge von nebenan“ unter Kinderporno-Verdacht

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Neue Details zum SEK-Einsatz in Steinberg: 19-jähriger Tatverdächtiger gilt als "freundlich und hilfsbereit", lebte aber isoliert und nach Regeln einer Sekte. Nachts soll er von seinem Kinderzimmer aus illegales Material verbreitet haben.

In Steinberg am See (Kreis Schwandorf) soll ein junger Mann mit kinderpornografischem Material Umgang gehabt haben.
von doa Kontakt Profil

Eine Woche nach einem großen SEK-Einsatz in der Gemeinde Steinberg am See im Landkreis Schwandorf werden immer mehr Details zu den Hintergründen bekannt. Bei dem Beschuldigten handelt es sich wie berichtet um einen 19-jährigen Einheimischen, der zuletzt keiner geregelten Tätigkeit nachgegangen ist. Bis zu seiner Festnahme in der Nacht auf Mittwoch vergangener Woche wohnte er zusammen mit Angehörigen in dem Ort.

Hintergrund zum SEK-Einsatz

Steinberg am See

Nach Mitternacht sind wie berichtet gleich mehrere Spezialeinheiten des SEK und der GSG 9 angerückt, haben umfangreiches Beweismittel gesichert und den Verdächtigen festgenommen. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Wie Oberpfalz-Medien erfahren hat, hat der Einsatz mehrere Stunden bis in den Morgen hinein gedauert, als die ersten Anwohner bereits das Haus am Weg zur Arbeit wieder verlassen haben. „Beamte waren auch bei uns an der Türe und haben uns versichert, dass wir uns keine Sorgen machen müssen“, schildert eine Nachbarin.

Polizei-Einsatz dauerte halbe Nacht

Die ganze Straße sei voller Polizeiautos gestanden, Uniformierte seien im Nebenhaus über Stunden „ein und aus gegangen“. Auch der Kleinwagen des Beschuldigten, der versperrt in der Auffahrt parkt, sei von den Beamten in Augenschein genommen worden.

Ziel der Ermittler sei vor allem das Kinderzimmer des 19-Jährigen gewesen: Dort soll er ganze Nächte vor seinem PC verbracht haben. Aktuell sei er auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz gewesen, wie ein ehemaliger Klassenkamerad zu berichten weiß: „Computer und Internet waren seine große Leidenschaft.“ Ansonsten sei er eher „unauffällig“ gewesen.

Nachbarn sind geschockt

Mehrere Nachbarn beschreiben ihn hingegen als freundlich und hilfsbereit: „Ein netter Junge, der auch mit angepackt hat, wenn man Hilfe benötigt hat.“ Niemand im Ort, so heißt es unisono, habe etwas von seiner illegalen Tätigkeit geahnt. „Schrecklich, nur schrecklich. Für seine Mutter ist sicher eine Welt zusammengebrochen.“

Familie engagiert sich in Sekte

Am örtlichen Vereinsleben habe der 19-Jährige kein Interesse gezeigt, berichten Bekannte weiter. Die Familie, die in der Vergangenheit bereits mehrere Schicksalsschläge verkraften musste, habe insgesamt sehr abgeschottet gelebt und sich hauptsächlich innerhalb einer christlichen Glaubenssekte mit strengen Regeln engagiert.

Ob der 19-Jährige selbst auch kinderpornografisches Material hergestellt oder nur verbreitet hat, will die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Bamberg derzeit nicht kommentieren. Die Auswertung des Beweismaterials, darunter ein PC und ein Handy des Verdächtigen, dauern an.

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