28.09.2020 - 14:41 Uhr
Deutschland & Welt

Stephan-Zimmermann-Quintett beim Jazz-Zirkel Weiden

Corona hat den Kulturbetrieb über lange Monate hinweg lahmgelegt. Jetzt bringen fünf Jazzmusiker wieder Leben ins Bistrot Paris in Weiden.

Der Jazz ist zurück auf der Bühne im Bistrot Paris: Trompeter Stephan Zimmermann präsentierte beim Jazz-Zirkel ausschließlich Kompositionen aus der eigenen Feder.
von Louis ReitzProfil

Melancholie liegt in der Luft. Auch im Jazz machen sich die Auflagen der Corona-Zeiten bemerkbar. Die Musiker kennen sich seit 20 Jahren und zählen zur Elite der süddeutschen Jazz-Szene. Nach einem halben Jahr Zwangspause stehen sie erstmals wieder gemeinsam auf einer Bühne.

Im Gepäck ausschließlich Kompositionen von Stephan Zimmermann. Moderner Jazz, wie er seit einem halben Jahrhundert in den Jazzclubs rund um den Erdball praktiziert wird, verhaftet im Fahrwasser des Hardbop und angereichert mit raffinierten Arrangements ist angesagt. Lebendiger Jazz mit viel Freiraum für solistische Ausflüge, präzis intonierte Ensemblepassagen und eingängige Themen. Oft holt sich Zimmermann seine Ideen aus persönlichen Erfahrungen, da tanzen die Zwerge aus Großmutters Märchenbuch im Jazzrhythmus und die Träume seiner Hauskatze werden verarbeitet. Musik, die vertraut klingt, aber stets neue Nuancen und Feinheiten offenbart.

Stephan Zimmermann.

Stephan Zimmermann (Trompete und Flügelhorn) harmoniert bestens mit Jason Seizer am Tenorsaxofon. Pianist Peter Reiter setzt Schwerpunkte und überzeugt durch solistische Höhenflüge. Solide und präzise legen Thomas Stabenow am Kontrabass und Rick Hollander am Schlagzeug das Fundament. Sie sind ein eingeschworenes Team und sorgen für den packenden Swing, gelegentliche Ausflüge in lateinamerikanische Rhythmen eingeschlossen. In der Zugabe zeigt Hollander in einem ausgedehnten Solo seine Qualität als Meister der Dynamik und Spannung.

"Vielen Dank fürs Kommen. Es hat sich gelohnt!", so verabschiedet sich Zimmermann vom Publikum. Erinnerungen an unbeschwerte Vor-Corona Zeiten steigen auf, man vermisst die unbeschwerte, ausgelassene und optimistische Grundstimmung der vergangenen Jahre. Aber der Jazz ist zurück auf der Bühne: Ein musikalischer Lichtpunkt in finsteren Zeiten.

Stephan Zimmermann (Trompete) Jason Seizer (Saxofon).
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