Die große Auswahl an Streaming-Plattformen heutzutage - von Apple TV bis ZDF - führt zu einer gewissen Paralyse. Die Entscheidungsmüdigkeit ist nachvollziehbar und ein weit verbreitetes Phänomen. Die Masse an Inhalten führt bei vielen dazu, dass sie mehr Zeit mit dem Suchen zu verbringen scheinen als mit dem tatsächlichen Anschauen. Jetzt gibt es in der Studie „Screens in Motion“ der Zeitschrift „TV Spielfilm“ Zahlen dazu.
„Die Menschen schauen mehr denn je – und gleichzeitig fällt es ihnen immer schwerer, sich zu entscheiden“, sagt die Studienverantwortliche Marion Sperlich. Man denke nur an all die Möglichkeiten wie die ARD-Mediathek, Arte, 3sat, Prime Video, Disney+, HBO Max, Joyn, Netflix, Paramount+, RTL+, YouTube und so weiter.
Männer brauchen etwas mehr Zeit als Frauen
„Wer unter 29 ist, verbringt hochgerechnet fast fünf Tage im Jahr allein damit, ein Format auszuwählen“, sagt Sperlich (Head of Research Media Market Insights BurdaVerlag). Die 16- bis 29-Jährigen brauchen demnach rund 19 Minuten pro Sitzung für die Formatwahl. Das mal 365 genommen, ergibt 4,8 Tage. Die Annahme ist also, dass man täglich streamt und so lange braucht.
In der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen sind es 15 Minuten pro Sitzung (bei täglicher Suche sind das 3,8 Tage im Jahr), bei den über 50-Jährigen sind es rund 8 Minuten (2 Tage pro Jahr). Männer suchen laut Studie länger als Frauen: 15 statt 13 Minuten. Das sind aufs Jahr 3,8 Tage gegen 3,3 Tage.
Dabei geben 68 Prozent aller befragten Bewegtbildnutzer an, dass die Entscheidung leichter falle, wenn sie vorab etwas über einen Film oder eine Serie gelesen haben.
„Screens in Motion“ ist genau genommen eine Langzeitstudie von „TV Spielfilm Plus“ aus dem Burda-Verlag. Unter dem Label werden die Angebote von „TV Spielfilm“, „TV Today“ und „Cinema“ vereint.
Bewegtbildinhalte: alles von Serie bis lustiger Clip
Die aktuelle Ausgabe der Umfrage basiert auf einer Online-Befragung von YouGov im März 2026 von etwa 2.000 Personen ab 16 Jahren. Die Studie ist laut Burda repräsentativ für die deutsche Online-Bevölkerung und beleuchtet seit 2018 jährlich die Entwicklungen im Bewegtbildmarkt.
Mit dem sperrigen Wort Bewegtbildinhalte sind Filme, Serien, Dokus, Talks, Reality-Shows, Nachrichten, Sportübertragungen, aber auch kürzere Clips wie Musikvideos oder Videos etwa auf YouTube, Instagram oder Facebook gemeint.
Diese Inhalte können auf unterschiedlichen Wegen angesehen werden, seien es klassische Fernsehsender, Streamingdienste, Mediatheken oder eben Videoplattformen im Internet wie YouTube. Möglich sind aber nach wie vor auch DVDs und Blu-Rays, Aufnahmen auf Festplatten und digitale Inhalte, die im Einzelabruf gekauft oder geliehen werden (etwa bei Amazon).
© dpa-infocom, dpa:260706-930-339275/1



















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